Schwimmen im Freien ist noch was für harte Kerle

Wasserratten aufgepasst: Die Freibäder erwachen aus dem Winterschlaf. Die Becken sind gefüllt, der ist Rasen gestutzt – und in Sachen Wetteraussichten üben sich die Badmeister in Optimismus.

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Aargauer Zeitung

Katja Schlegel

«Ich rechne mit einer Bombensaison», sagt Thomas Weber, Betriebsleiter im Obersiggenthaler Gartenbad, und lacht. «Ich bin ein Optimist - wäre ich keiner, wäre ich im falschen Beruf.» Kurt Müller, Betriebsleiter im Gartenbad des Wettinger Tägi, setzt bezüglich Saisonerwartungen auf die Statistik: «Es war schon immer so - nach ein paar wüsten folgt immer ein schöner Sommer.»

Wann die Bäder eröffnen

Baden 1. Mai
Bad Zurzach seit 1. April
Brugg 2. Mai
Döttingen seit 25. April
Fisibach Ende Mai
Killwangen 16. Mai
Klingnau 6. Mai
Mellingen wetterabhängig
Niederweningen 16. Mai
Obersiggenthal 25. April
Schinznach Dorf 16. Mai
Villigen 9. Mai
Villnachern noch nicht bekannt
Wettingen 9. Mai
Windisch 1. Mai
Würenlos 9. Mai

Obwohl die Wettervorhersagen für dieses Wochenende mit Höchsttemperaturen von 20 Grad und «teilweise sonnig» nicht allzu rosig sind, öffnen die drei Freibäder Brugg, Baden und Windisch offiziell ihre Tore. «Es bleibt uns gar nichts anderes übrig, als morgen Samstag zu eröffnen», sagt Myrta Bolliger vom Brugger Frei- und Hallenbad. Schliesslich hätte sie bereits das Computersystem der Kasse auf Sommerbetrieb umgestellt. Auch Chef-Bademeister Willi Schurr steht in den Startlöchern: «Die Becken sind gefüllt.» Besonders freut er sich auf die Inbetriebnahme der beiden nigelnagelneuen Sprungtürme, die Mitte Mai eingeweiht werden.

Umweltbewusst aufgerüstet

Mit einer ganzen Reihe baulicher Neuerungen wartet in dieser Saison auch das Badener Terrassenbad auf. «Wir haben eine Solaranlage installiert, die die Beckentemperatur bei 22 Grad hält», sagt Betriebsleiter René Saurenmann. Ausserdem sorgen Messcomputer für eine noch bessere Wasserqualität und eine zusätzliche Ausgabestelle beim Badirestaurant für eine speditivere Essensausgabe. «Beim Wellenbad haben wir zudem auf mehrfachen Wunsch hin eine Warmwasserdusche montiert», sagt Saurenmann. Und ein neues Eintrittssystem mit elektronischer Batch-Erfassung sowie ein zusätzliches Drehkreuz sollen die Warteschlagen am Eingang verhindern. Saurenmann: «Wir sind parat!»

Im Windischer Freibad Heumatten ist alles für die heutige Saisoneröffnung vorbereitet. Obwohl, die Wassertemperaturen sind nur etwas für hartgesottene Kerle: «Momentan sind 15 Grad das höchste der Gefühle», sagt Daniela Duppenthaler von der Windischer Gemeindeverwaltung. Umgebaut oder renoviert wurde in Windisch nichts. Dafür wird Anfang Juli ein mehrtägiges Badifest gefeiert. «Und je nach Wetter organisieren wir ein Open-Air-Kino im Freibad», verrät Duppenthaler.

Lautsprecher und Kosmetik

Noch eine Woche auf den Saisonstart warten müssen die Würenloser und Wettinger. «Das Wasser läuft gerade in die Bassins», sagt Andreas Luder vom Würenloser Schwimmbad Wiemel. Das dauere rund eine Woche. «Für alle Becken braucht es insgesamt drei Millionen Liter Wasser - wenn ich die auf einen Schlag abzapfen würde, hätte der Brunnenmeister keine Freude», sagt Luder. In Würenlos wurde zwar baulich nichts verändert, dafür sollen aber künftig Kosmetik, Massage und Haareschneiden angeboten werden. «Das ist noch in Planung», so Luder.

Etwas schneller geht das Becken-Füllen im Wettinger Tägi: «Für rund 4,3 Millionen Liter Wasser brauchen wir 88 Stunden», sagt Betriebsleiter Kurt Müller. Er, der auf die Statistik vertraut und nach all den schlechten an einen schönen Sommer glaubt, hofft auf strömende Besucherscharen: «In Schnitt hatten wir in den letzten zehn Jahren pro Saison rund 75 000 Gäste - dieses Jahr wollen wir 80 000!»

Offen sind bereits die Freibäder in Bad Zurzach, Döttingen und Obersiggenthal. Seit der Eröffnung am 1. April konnte Gino Bucher, Bad-meister im Regibad Bad Zurzach, 8000 Besucher verzeichnen: «Das war ein super Start.» Und auch Peter Sibold, Badmeister in der Badi Döttingen, schwärmt: «So viele Besucher, wie wir in den ersten beiden Tagen hatten, konnten wir noch bei keinem anderen Saisonstart zählen.»

Die Zeichen für eine erfolgreiche Saison stehen gut: «Insbesondere viele Auswärtige haben sich ein Saisonabonnement gekauft.» Anders tönt es hingegen aus dem Obersiggenthaler Gartenbad: «Die Gäste im Freibad konnte man bisher an einer Hand abzählen», sagt Kassiererin Vreni Fink. Das Wasser sei mit 18 Grad einfach viel zu kalt. «Die meisten halten nur den grossen Zeh ins Wasser und verschwinden schnell wieder im warmen Hallenbad.»

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