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Schluss mit sterbenden Schwänen in Mumpf

Nach einer Kollision mit dem Seil der Mumpfer Fähre sind in letzter Zeit zahlreiche Schwäne gestorben. Ab Herbst warnen deshalb Markierungen am Mumpfer Fährseil Schwäne vor der tödlichen Gefahr.

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fährseil

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Lilly-Anne Brugger

Das Seil der Mumpfer Fähre, in dem immer wieder Schwäne zu Tode kommen, soll während der Nicht-Betriebszeit der Fähre, das heisst von Oktober bis April, mit Fähnchen versehen werden. Dies entschied der Gemeinderat nach einem Augenschein mit Vertretern des Kantons, des Vogelschutzes und der Jagd. Der Entscheid wurde nötig, weil seit einiger Zeit vermehrt Schwäne ins Seil der Mumpfer Fähre geflogen sind und sich dabei lebensgefährlich verletzt haben.

Zu grosse Schwanenpopulation

Doch das Fährseil ist nach Ansicht des Gemeinderates Mumpf nicht das eigentliche Problem, sondern die zu grosse Schwanenpopulation - und diese sei auch auf Eingriffe des Menschen in die Natur zurückzuführen, beispielsweise durch Füttern oder Retten der Schwanennester bei Hochwasser. «Früher lebte bei Mumpf im Schilf ein Schwanenpärchen. Jetzt sind es vier», verdeutlicht Gemeindeammann Jürg Müller die Problematik. Auf dem Rheinabschnitt Stein-Bad Säckingen bis Möhlin-Riburg zählte Müller an einem Abend 90 Schwäne. Bei anderen Zählungen wurden bis zu 120 Schwäne gesichtet.

Hinweistafeln aufstellen

Um diese «offensichtliche Überpopulation» in den Griff zu bekommen, plant die Gemeinde Mumpf nun, Hinweistafeln aufzustellen, die Informationen zu den Schwänen enthalten und auf denen aufgefordert wird, die Schwäne nicht zu füttern. Ausserdem sollen auch die Gemeinden Möhlin, Wallbach, Stein und Bad Säckingen angefragt werden, ob sie auf ihrem Gemeindegebiet dieselben Tafeln aufstellen, um die Bevölkerung auf das Thema Schwäne und Füttern zu sensibilisieren. Dabei nimmt man sich die Hinweistafeln, die am Flachsee wegen des dortigen Schwanenproblems aufgestellt wurden, zum Vorbild. Tiere abzuschiessen, wie dies am Flachsee vom Kanton bewilligt worden war, ist in Mumpf aber nicht vorgesehen. Hier soll sich die Population auf natürlichem Wege reduzieren: «Wenn die Tiere nicht mehr gefüttert werden, erhöht sich die Sterblichkeit und die Schwäne werden wieder weniger», ist Müller überzeugt.

Fähnchen am Fährseil

Bis sich die Schwanenpopulation auf einem «natürlichen Niveau» eingependelt hat, soll das Fährseil mit Fähnchen sichtbar gemacht werden - allerdings erst ab Herbst. Während des Fährbetriebs ist dies nicht möglich. Das sei auch nicht nötig, denn im Sommer sei das Kollisionsrisiko geringer, da sich die Schwäne in der Mauserzeit befänden und auch die Revierkämpfe zurückgingen, so der Gemeinderat in einer Stellungnahme. Ausserdem ist es auch zu teuer, ein zweites mit Fähnchen versehenes Seil zu ziehen, das ganzjährig das Fährseil sichtbar macht. «Vor einigen Jahren hat die Sanierung des Fährseils 60000 Franken gekostet. Ein zweites Seil zu ziehen, würde sich wohl in einem ähnlichen Rahmen bewegen», so Müller.