Unglück

Riley wacht jeden Morgen auf und glaubt, es sei der 11. Juni

Nach einem Tritt an den Kopf ist für eine 16-Jährige nichts mehr, wie es vorher war.

Stell dir vor, dein Gedächtnis bleibt an einem bestimmten Tag stecken – wie es der Protagonistin in der romantischen Komödie «50 erste Dates» ergeht. Für Riley Horner ist das bittere Realität. Die amerikanische Schülerin aus Kirkwood im Bundesstaat Illinois wurde am 11. Juni unglücklich von einem Tritt an den Kopf getroffen, als ein Mitschüler beim Tanzen crowdsurfte.

Seither ist für Riley nichts mehr, wie es vorher war – oder besser gesagt: Alles bleibt für sie, wie es an jenem 11. Juni war. Die 16-Jährige wacht jeden Morgen auf in der Überzeugung, es sei der 11. Juni. Es ist, als ob ein Reset-Knopf im Hirn betätigt würde – alle zwei Stunden verliert sie die neu hinzugekommenen Erinnerungen, wie US-Medien berichten.

Zunächst glaubten die Ärzte, es liege eine gewöhnliche Hirnerschütterung vor. Mittlerweile ist jedoch klar, dass es sich um einen schwerwiegenden Fall von Amnesie handelt. Nach wie vor stehen die Neurologen vor einem Rätsel: «Sie können nichts sehen», sagte Rileys Mutter dem lokalen TV-Sender WQAD. «Bei einer MRT- oder CT-Untersuchung ist keine Gehirnerschütterung zu erkennen. Da ist keine Hirnblutung, kein Tumor.»

«Ich weiss, dass es für sie genau so hart ist wie für mich», erklärt Riley dem Sender. «Niemand begreift es. Es ist wie in einem Film. Von diesem Interview weiss ich beim Abendessen nichts mehr.» Ihr Onkel starb kürzlich, doch Riley vergisst das immer wieder. Verständlicherweise beängstigt sie ihr Gedächtnisverlust.

Noch besteht Hoffnung, dass sich ihr Zustand bessert. Die ersten sechs Monate nach einer Verletzung gelten als entscheidend. Doch wenn sich in den nächsten Wochen nichts ändert, wird die Gefahr immer grösser, dass Riley für den Rest ihres Lebens an dieser Amnesie leiden wird.

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