Gemeinde Rifferswil
Rekordaufmarsch wegen revidierter BZO in Rifferswil

Bau- und Zonenordnungen (BZO) sind üblicherweise eher trockene Angelegenheiten. Nicht so in Rifferswil, wo man am Mittwochabend gut gelaunt über das revidierte Regelwerk debattierte und am Ende fast alle Änderungswünsche und die Ordnung annahm.

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Rekordaufmarsch wegen revidierter BZO in Rifferswil

Rekordaufmarsch wegen revidierter BZO in Rifferswil

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Martin Platter

Das «Begrüssungskomitee» für den neuen Gemeindepräsidenten Marcel Fuchs und seinen neu konstituierten Rat war beeindruckend. Dicht an dicht drängten sich 165 Stimmberechtigte in die kleine Engelscheune, um über die revidierte Bau- und Zonenordnung zu befinden. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von sagenhaften 25 Prozent und dürfte zumindest in der jüngeren Vergangenheit ein Rekordwert fürs gesamte Säuliamt sein.
Die Diskussion ging unter der Leitung von Fuchs und dem früheren Regionalplaner Hugo Wandeler angeregt und recht speditiv über die Bühne. Wortmeldungen wurden manchmal mit heiterem Gelächter, manchmal mit Spontanapplaus quittiert. Nachdem Wandeler die letzten marginalen Änderungen am Zonenplan bekannt gegeben hatte, ging es in die Details des revidierten Regelwerks. Drei Änderungsanträge aus dem Publikum kamen schliesslich zur Abstimmung.

Vorbildlich vorbereite Anträge...
Die ersten beiden kamen vom gleichen Votanten und waren perfekt vorbereitet mit stichhaltigen Argumenten, Folien und Fotos. Es ging darum, die sehr einschränkend formulierten, allgemeinen Gestaltungsvorschriften im Bereich der Fensterabschlüsse zu lockern (Art. 15, Abs. 9). Im Handumdrehen hatte der Redner der Versammlung klar gemacht, um was es ging. Es sollen nicht nur Schieb- und Schrägläden erlaubt sein, sondern auch Storen und Rolläden, wenn sich deren Kästen von aussen unsichtbar in die Fassade integrieren lassen und die Gebäude nicht der besonders geschützten Gruppe A und B angehören. Schliesslich gelte es nicht nur im Winter möglichst energieschonend ein angenehmes Raumklima zu erhalten. Es folgte eine kurze Diskussion. Die Anträge wurden leicht angepasst und schliesslich vom Gros der Souveräns angenommen.
Wesentlich zeitaufwendiger gestalteten sich dagegen spontan formulierte Anliegen und diffuse Änderungswünsche. Mehr als eine halbe Stunde wurde einzig darüber diskutiert, ob man nun bei den besonderen Gestaltungsvorschriften für Dächer (Art. 16, Abs. 1), neben der Auflage, dass Tonziegel zu verwenden sind, explizit auch noch um den Zusatz «Biberschwanzziegel» ergänzen wolle. Man einigte sich darauf, dass dies die Hausbesitzer zu stark einengen würde. Der Antrag wurde schliesslich abgelehnt, man beliess es bei der ursprünglichen Formulierung. Nach gut zwei Stunden wurde die revidierte Bau- und Zonenordnung angenommen. Auch das dürfte ein Rekord sein. Gemäss Wandeler hat Rifferswil mit seinem geschützten Ortskern bis weit über die Kantonsgrenze hinaus die komplizierteste Zonenplanung. Sie wird sogar noch um Teilzonenpläne ergänzt, was im ganzen Kanton Zürich einzigartig sei.

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