Roland Fürst

«Nicht auf zwei Hochzeiten tanzen»

Roland Fürst setzt ganz auf die Ständeratskandidatur. (Maddalena Tomazzoli)

Roland Fürst

Roland Fürst setzt ganz auf die Ständeratskandidatur. (Maddalena Tomazzoli)

CVP-Mann Roland Fürst will «klare Verhältnisse» schaffen und verzichtet zugunsten seiner Ständeratskandidatur auf das Kantonsratspräsidium

Elisabeth Seifert

«First class news» sollten es sein, welche die CVP Kanton Solothurn an einer Medienorientierung gestern Vormittag in Solothurn bekannt geben wollte. Die Spekulationen über den Inhalt der Nachricht schossen im Vorfeld denn auch ins Kraut. Was dann Parteipräsidentin Annelies Peduzzi und Roland Fürst verkündeten, dürfte die Solothurner Politlandschaft aber kaum sonderlich erschüttern: Fürst verzichtet auf das Kantonsratspräsidium 2010 und widmet sich in den kommenden Monaten ganz seinen Ständeratsambitionen. Die für diese Meldung unter viel Getöse organisierte Pressekonferenz ist - wenn kein Pseudovent - bestenfalls eine PR-Übung der CVP im beginnenden Wahlkampf um den zweiten Ständeratssitz. «Das Kantonsratspräsidentenamt und der Ständeratswahlkampf sind für mich nicht vereinbar», sagte Fürst gestern. So weit aber komme es, wenn - was sehr wahrscheinlich ist - der neue Ständerat erst im zweiten Wahlgang am 24. Januar gewählt werde. Am 9. Dezember wird nämlich bereits der Kantonsratspräsident für das Jahr 2010 gekürt. Und: «Sollte ich Ende Januar dann als Ständerat gewählt werden, müsste das kantonale Parlament im März bereits wieder einen neuen Präsidenten bestimmen.» Denn so viel ist klar: Die theoretisch mögliche Kumulation der beide Ämter als Ständerat und Kantonsratspräsident lehnt der Geschäftsführer der Solothurner Handelskammer ab, «das wäre absolut unglaubwürdig.»

«Ich will frühzeitig klare Verhältnisse schaffen und nicht auf zwei Hochzeiten tanzen», erläuterte Fürst seinen Entscheid - auch im Hinblick auf den ersten Ständeratswahlgang am 29. November. «Das Stimmvolk und auch die Kantonsräte sollen wissen, woran sie sind.»

Parteipräsidentin Annelies Peduzzi bezeichnete die Entscheidung als «sinnvoll und richtig», obwohl Fürst damit auf ein Amt verzichte, das viele Kantonsräte als «Krönung» ihrer Politlaufbahn empfinden. Der Partei selber, der das Amt des Kantonsratspräsidenten im nächsten Jahr zusteht, bleibe so zudem genügend Zeit, um die Nachfolge in aller Ruhe zu regeln. Peduzzi: «Wir haben mehrere mögliche Kandidaten.» Namen will die Partei erst nach den Herbstferien nennen.

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