«Neu im Aargau»: Hin zu ihrem Liebsten

Ursprünglich stammt Evelina Berger (41) aus Bulgarien. Zu Hause fühlt sie sich aber in der Schweiz. Genauer gesagt bei Peter Richard in Döttingen; gemeinsam wohnen sie in einem hübschen Einfamilienhaus.

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Evelina Berger

Evelina Berger

Schweiz am Sonntag

Barbara Vogt

Evelina Berger strahlt: Spanien ist im Final. Heute Sonntagabend drückt sie der Mannschaft die Daumen, obwohl ihr Herz für den FC Basel schlägt. «Ich habe den Kanton gewechselt, aber nicht die Fussballmannschaft», scherzt sie. Zusammen mit ihrem Freund Peter Richard und Terrier Scotty sitzt sie im Garten. Es ist ein wunderschöner Abend, im Döttinger Quartier Chunte hört man kaum ein Auto vorbeifahren.

Zwischen zwei Bäumen hängt eine Hängematte, im Teich blühen bald Seerosen. Dass Evelina Berger vor drei Monaten aus der Baselbieter Gemeinde Bottmingen hierhergezogen ist, bereut sie keinen Moment. «Ich fühle mich wohl und habe bereits viele nette und hilfsbereite Menschen kennen gelernt.» Mit einem Bein steht sie immer noch im Kanton Basel: Sie arbeitet bei der Firma Valora im Bereich Support. Der lange Arbeitsweg von 100 Kilometern an einem Tag störe sie kaum, sie fahre früh weg und komme früh heim. Dafür hat sie jetzt ihre Schwester nahe, die nur ein paar Kilometer entfernt von ihr lebt.

Vor vielen Jahren kam Evelina Berger von Bulgarien in die Schweiz. Der Liebe wegen. Auch jetzt hat sie wegen eines Mannes ihren Wohnort gewechselt. Peter Richard besitzt in der Gemeinde ein Einfamilienhaus, da lag es auf der Hand, dass seine Freundin zu ihm zog.
Das Paar hat sich in Döttingen kennen gelernt: «Ich traf mich mit einem Freund im Restaurant Salmen. Evelina servierte an diesem Abend», erinnert sich Peter Richard. «Ich verliebte mich in sie und lud sie zum Essen ein.» Evelina Berger lacht verschmitzt, wenn sie an diese Begegnung zurückdenkt. «Ich liess mich gerne einladen. Richard ist ein unheimlich intelligenter und interessanter Mann.»

Die Gegend um Döttingen hat es Evelina Berger angetan. Natur und Naherholungsgebiet seien wunderschön, schwärmt sie. «Aare, Surb und Klingnauer Stausee liegen vor der Haustüre.» Zum Glück hätten sie und ihr Partner die gleichen Interessen: Velo fahren, schwimmen, Tennis spielen. «Evelina jasst wie ein Weltmeister», erzählt Peter Richard stolz. Wann immer sie Zeit haben, fahren die beiden in den nahen Schwarzwald. Er fischt, sie sammelt Pilze. Die Forellen von Peter seien einfach köstlich, meint seine Partnerin.

Leute in Döttingen kennen zu lernen, sei einfach, meint Evelina Berger. «Das Dorf ist klein; ich finde es faszinierend, wie sich die Einwohner im Dorf engagieren.» Das Winzerfest im Herbst gefällt ihr besonders. «So schön wie die Basler Fasnacht.» Die Hänseleien ihrer Arbeitskollegen über das Dorf Döttingen nimmt sie gelassen. «Jetzt können diese selbst lesen, wie schön es hier ist», sagt sie und schmunzelt. Kämen die Kollegen sie einmal besuchen, so würden sie wohl kaum mehr weg wollen...

Gemeinde Döttingen
Döttingen gehört zum Bezirk Zurzach und zählt 3700 Einwohnerinnen und Einwohner. Dank des Kernkraftwerks Beznau hat Döttingen den tiefsten Steuerfuss im Aargau: 60 Prozent. Eine Fusion mit Klingnau ist in Planung. Das Winzerfest am ersten Wochenende im Oktober ist eines der grössten in der Deutschschweiz. Durch Döttingen führt der Weinwanderweg Endingen-Klingnau; ausserdem gibt es im Ort eine Orchideenwiese mit seltenen Exemplaren.

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