Minarett-Diskussion abgesagt

Die für übermorgen Mittwoch geplante öffentliche Diskussion zum Thema Minarett wurde abgesagt. Das Aktionskomitee «Stopp Minarett», das den Anlass organisieren wollte, ist enttäuscht. Der Grund: Von den Minarett-Befürwortern will niemand mitreden.

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Tobias Granwehr

Das Aktionskomitee «Stopp Minarett», das sich vehement gegen den Bau von Minaretten in der Schweiz einsetzt, ist masslos enttäuscht - das erklärte Komiteesprecher Daniel Zingg gegenüber dieser Zeitung. Das Aktionskomitee wollte für übermorgen Mittwoch in der «Alten Mühle» eine öffentliche Diskussion zum Thema Minarett organisieren und lud dafür Mutalip Karaademi ein. Dieser ist Präsident der Glaubensgemeinschaft Xhamia e Langenthalit, die in Langenthal ein Minarett bauen will. Karaademi stellt sich für den Anlass jedoch nicht zur Verfügung (wir berichteten).

Deswegen hat «Stopp Minarett» die öffentliche Diskussion abgesagt. Es sei kein Dialog möglich, wenn von der Befürworter-Seite niemand mitreden wolle, erklärte Zingg. «Karaademis Begründung, er müsse länger arbeiten und könne deshalb nicht teilnehmen, ist ein Affront gegenüber der Bevölkerung», sagte er. Das geplante Minarett an der Bützbergstrasse 101 sei ein äusserst umstrittenes Bauvorhaben: «Da sollte es doch möglich sein, an dieser Diskussion teilzunehmen.» Zingg ist der Meinung, die Langenthaler Bevölkerung müsse über dieses Vorhaben nochmals informiert werden, zumal der Entscheid der Stadt über die Baubewilligung kurz bevorsteht. «Das ist eine Verweigerung des Dialogs.»

Er hegte sogar den Verdacht, dass «Xhamia e Langenthalit» gar nicht informieren will: «Es kann doch nicht sein, dass Karaademi innerhalb der Glaubensgemeinschaft keinen Ersatz für den Anlass findet.» Karaademi habe immer gesagt, dass sie nicht gegen den Willen der Bevölkerung handeln würden, so Zingg: «Warum können sie den Langenthalern dann nicht in die Augen schauen?»

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