Thomas Bucher

Marcel Hablützel ist Förster der «Forstbetriebsgemeinschaft Region Seon» (mit Schafisheim, Dürrenäsch und Teufenthal). Nach dem 26. Dezember 1999 sah er sich die Verwüstungen, die der Sturm «Lothar» hinterlassen hatte, vor Ort an: «Ich habe Fichten gesehen, die samt Wurzelstock zwei bis drei Meter weiter hangabwärts lagen. Da wirkten gewaltige Kräfte», erinnert sich Hablützel.

Ganze Waldstücke wurden niedergewalzt: Allein in Seon betraf dies 30 000 Kubikmeter Holz, ungefähr 15 Prozent des Bestandes. Dem Forstbetrieb entstanden somit Einbussen von bis zu zwei Millionen Franken, ohne den fehlenden Wertzuwachs der gefällten Bäume einzubeziehen. Absatz und Verwendung fand das Holz teils über Italien, teils über die gemeindeeigenen Schnitzelheizungen.
Schaden für Generationen

Was «Lothar» angerichtet habe, sei noch über Generationen hinweg sichtbar und nicht bezifferbar, sagt Förster Hablützel. Um die Schäden langfristig wiedergutzumachen, suchte man unter anderem Sponsoren zur Wiederaufforstung. Fast 27 000 Franken haben sich so seit dem Jahr 2000 angesammelt. Dabei konnten sogar drei Firmenpatronate für Waldstücke gezeichnet werden, die jeweils zwischen 30 Aren und einer Hektare abdecken.

10 000 Bäume gepflanzt

Gepflanzt haben die Forstbetriebe unter der Leitung von Marcel Hablützel inzwischen 10 000 Bäume, davon 5250 Buchen. «Eine Auflage war, dass der Anteil der Nadelhölzer nicht zu hoch liegt», erklärt er. Für die kleinen Bäume werden vor allem Brombeersträucher und Adlerfarn zur Plage: Die bodendeckenden Pflanzen verhindern, dass zur Photosynthese nötige Licht zum Boden durchdringt, so dass die Bäume nicht so schnell wachsen, wie sie sollten. Brombeeren und Farne müssen vor allem in den ersten Jahren einer Wiederaufforstung regelmässig zurückgeschnitten werden.

Ein Spezifikum stellen die Lärchen dar: «Man muss sie anfangs alle drei Jahre kappen, damit deren Wurzeln in die Tiefe gehen». Vor allem im steilen Gelände ist es wichtig, tief wurzeln zu schlagen, damit sie einem etwaigen zweiten «Lothar» standhalten.