Löcher

Krater im Jura?

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Im Gebiet «Neulig» in Hellikon sind bis zu 20 Meter tiefe Löcher entstanden. Wie gross sind die Hohlräume unter der Erde im Gebiet «Neulig» in Hellikon? Um dies herauszufinden, schlägt der Geologe Peter Lüdin eine geophysikalische Untersuchung vor. Damit soll ein genaues Bild des löchrigen Untergrundes entstehen – mit Hilfe von Strom.

Daniel von Känel

Ein grosses, tiefes Loch auf einer Wiese: Spaziergänger machten diese Entdeckung im Dezember auf dem «Neulig» in Hellikon. Aufmerksam wurden sie, weil es auf der Wiese plötzlich dampfte. Inzwischen ist das Loch grösser geworden. Und: Ein zweiter Krater ist entstanden, ganz in der Nähe des ersten und knapp ausserhalb der Einzäunung, die man nach der Sichtung des ersten Kraters erstellt hatte. Das zweite Loch ist rund 20 Meter tief und hat einen Durchmesser von rund drei Metern.

Untersuchung wird vorgeschlagen

Derzeit weiss man lediglich, wie gross die Löcher sind. «Wie gross die Ausdehnung dieser Hohlräume unter der Erde ist, wissen wir noch nicht», sagt Geologe Peter Lüdin von der Firma Dr. Heinrich Jäckli AG. Für das weitere Vorgehen wird der Gemeinde Hellikon nun ein Untersuchungsprogramm vorgeschlagen. Für solche Fälle gebe es verschiedene Methoden, sagt der Geologe. In Hellikon werde eine geoelektrische Sondierung vorgeschlagen. Mithilfe von Strom könnten die Hohlräume im Boden entdeckt und quasi ein dreidimensionales Bild von ihnen gemacht werden. Dann könne man sehen, wie gross dieses «Höhlensystem» sei und welche Gefahr von ihm ausgehe.

Jura ist für Verkarstung bekannt

Schon mehrfach habe man solche Fälle untersucht, erklärt Lüdin. Der Jura sei für seine Verkarstungsanfälligkeit bekannt, Hohlräume gebe es deshalb überall bei diesen geologischen Voraussetzungen. So werde bei Bauvorhaben der Untergrund jeweils auch nach solchen Hohlräumen untersucht. Damit wären jene Hohlräume in Hellikon nicht aussergewöhnlich. Ausser, dass sie plötzlich auf diese Weise an der Oberfläche sichtbar werden, ohne dass es vorher irgendwelche Anzeichen gegeben hätte. In anderen Fällen habe man vorgängig beispielsweise Wasseraustritt beobachten können, sagt Lüdin.
Die Entwicklung der Krater werde in regelmässigen Abständen beobachtet. Man habe die Abrisskanten markiert und könne so Verschiebungen feststellen.

Entscheid bei der Gemeinde

Der Entscheid, ob die Untersuchung auf die vorgeschlagene Art und Weise durchgeführt werde, liege bei der Gemeinde Hellikon, erklärt Lüdin. Bei der Stelle, an der sich die Löcher befänden, seien glücklicherweise weder Strassen noch Gebäude gefährdet, sagt Lüdin.
Dafür befindet sie sich auf Landwirtschaftsland, wo wohl auch schwere Maschinen zum Einsatz kommen. Das betroffene Gebiet sollte auf keinen Fall betreten werden, betont Lüdin. Die weiträumigen Abschrankungen weisen deutlich darauf hin. Es sei nämlich gut möglich, dass noch weitere tiefe Krater im «Neulig» entstehen, sagt der Experte.

Natürlicher Prozess

In Hellikon handelt es sich bei diesen Kraterbildungen um einen rein natürlichen Prozess.
Andere Erdsenkungen, wie sie beispielsweise vor einiger Zeit zwischen Rheinfelden und Möhlin vorgekommen sind, waren hingegen auf den Salzabbau in diesem Gebiet zurückzuführen.

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