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Klärschlamm soll weiterfaulen

ARA: Schöftland Nach 25 Betriebsjahren sind diverse Ausbau- und Sanierungsmassnahmen nötig. Manuela Schaer

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ARA: Schöftland Nach 25 Betriebsjahren sind diverse Ausbau- und Sanierungsmassnahmen nötig. Manuela Schaer

Die veralteten Einrichtungen der Kläranlage Schöftland müssen saniert oder gar ersetzt werden. Ein neuer Heizkessel soll nicht nur die Angestellten warm halten, sondern auch den Klärschlamm faulen lassen.

Manuela Schaer

Die Einwohnergemeinde Schöftland wird an der nächsten Gmeind vom 23. November über einen Verpflichtungskredit von 1,4 Millionen Franken für Sanierungs- und Ausbaumassnahmen der Abwasserreinigungsanlage (ARA) der Region Schöftland entscheiden.

Seit der Erweiterung der ARA im Jahre 1984 wurde die Anlage weder ausgebaut noch saniert. Nun drängen sich diverse Massnahmen auf, die in einem Projekt zusammengefasst werden. Die geschätzten Ausbau- und Sanierungskosten von 3,5 Millionen Franken müssen von den Verbandsgemeinden Schöftland, Kirchleerau, Hirschthal, Schlossrued, Schmiedrued und Staffelbach getragen werden. Verteilt werden die Kosten nach Einwohnerzahlen. Die Gemeinde Schöftland wird mit rund 40 Prozent den grössten Anteil an den Gesamtkosten übernehmen müssen.

Aussetzer kämen teuer zu stehen

Die biologische Reinigung besteht aus zwei Strassen, die wiederum aus einem Belüftungs- und einem Nachklärbecken bestehen. Die Betonoberfläche dieser Becken muss saniert werden. Auch alle Einbauten in den Becken wie Belüftung und Verrohrung müssen nach rund 25 Betriebsjahren ersetzt werden, bevor sie versagen.

Die Abklärung der Einleitbedingungen in die Suhre mit der Kantonalen Fachstelle ergaben, dass die ganzjährige Nitrifikation sichergestellt werden muss. Das ist ein spezieller Reinigungsprozess, der beim Bau der ARA noch nicht gesetzlich vorgeschrieben war. Entsprechend muss die Anlage der neuen Bestimmung angepasst werden.

Das Biogas, welches durch die Faulung von Klärschlamm entsteht, soll in Zukunft der Stromproduktion dienen und einen jährlichen Ertrag von ungefähr 14 000 Franken erzielen. Damit die Temperatur im Faulturm bei rund 35 Grad gehalten werden kann, wird die Heizung eingesetzt.

Der 1984 in Betrieb genommene Heizkessel hat die zu erwartende Lebensdauer von 20 Jahren bereits überschritten. Ein Ausfall des Heizkessels und Brenners hätten den Zusammenbruch der Faulung zur Folge und würde erhebliche Mehrkosten für die Entsorgung der Klärschlammmengen verursachen. Ein neuer Heizkessel und Brenner soll dies gerade verhindern.

Regenwasser kontrolliert nutzen

Nebst den 3,5 Millionen Franken Gesamtkosten fallen Kosten zur Anbindung der Regenklärbecken an das Prozessleitsystem der ARA Schöftland an. Da die Witterungsverhältnisse vom Ruedertal zum Suhrental sehr unterschiedlich sein können, sind auch die Wassermengen in den Regenklärbecken nicht die gleichen.

Entsprechend muss jede Gemeinde die notwendigen baulichen Massnahmen tragen, um deren Leerung zu koordinieren und damit eine Überlastung der Leitungen zu verhindern.
Im gleichen Schritt werden die Regenklärbecken der betroffenen Gemeinden an eine zentralisierte Verbundsteuerung der ARA angeschlossen werden, die die Füllstände misst und die Becken entleert. Diese Kosten übernimmt der Abwasserverband.

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