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Im Lüsseltal löscht weiter jeder für sich

In Breitenbach und gleichzeitig auch in Büsserach stimmte der Souverän über die Feuerwehr Lüsseltal ab.

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Wehr

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Roland Bürki

Kein Pas de deux mit Breitenbach

Die 83 Stimmberechtigten in Büsserach lehnten die gemeinsame Feuerwehr mit 49 zu 25 Stimmen und 9 Enthaltungen unerwartet deutlich ab. «Die Gemeindeversammlung, darunter auch zahlreiche Feuerwehrleute, haben den Vertrag als gut taxiert», bestätigte Gemeindepräsident Werner Hartung der bz nach Schluss der Versammlung. Aus den Voten sei aber hervorgegangen, dass der Büsseracher Feuerwehr das angeschlagene Tempo mit der Realisierung des Vorhabens per 1. Januar 2010 zu schaffen gemacht habe. «Ganz offensichtlich wollen unsere Leute erst sehen, wie Breitenbach mit der Umwandlung von der Stützpunkt- zur Ortsfeuerwehr Typ 2 zu Rank kommt», interpretierte Hartung einzelne Voten. Er glaube vorsichtig optimistisch und langfristig doch noch an eine gemeinsame Zukunft. Hartung sprach trotz der Ablehnung von einer «erfolgreichen» Gemeindeversammlung, hätten doch mit der Bewilligung einer externen Bauverwaltung und der dritten Verwaltungsstelle immerhin zwei von drei Strukturfragen beantwortet werden können. (bü)

Die vom Gemeinderat beschlossene Rückstufung der bisherigen Stützpunktfeuerwehr zur Ortsfeuerwehr hatte bereits zum Rücktritt fast aller Offiziere geführt. Und solche waren auch unter den erstaunlicherweise nur 65 Stimmberechtigten auszumachen.

«Die Feuerwehr beschäftigt uns seit mehreren Jahren», ging die zuständige Gemeinderätin Beatrice Halbeisen das heikle Thema ruhig an. Schon 2004 habe eine Studie Möglichkeiten zu Zusammenschlüssen im Lüsseltal dargelegt. Zum Handeln gezwungen worden sei der Gemeinderat erst Ende 2008, betonte Halbeisen. «Nach Auflösung ihrer Betriebsfeuerwehr hat die Von Roll AG den Vertrag über eine Defizitgarantie von 100 000 Franken per Ende 2009 gekündigt», rief Halbeisen in Erinnerung. Das hätte die Kosten pro Kopf der Bevölkerung von 38 auf unbezahlbare 68 Franken getrieben, zumal die umliegenden Gemeinden und die Solothurnische Gebäudeversicherung (SGV) keine zusätzlichen Mittel für den Stützpunkt hätten bereitstellen wollen.

Halbeisen betonte, der Gemeinderat habe die zu hohen Kosten in den Griff bekommen müssen. Da sei trotz früherer Entscheide auch der Stützpunktstatus nicht mehr tabu gewesen. Den deswegen zurückgetretenen Offizieren widmete sie ein Kränzlein und dankte: «Der Stützpunkt hat immer gut gearbeitet und gewirtschaftet.» Die Gemeinderätin zeigte auf, dass der von der SGV empfohlene Schritt zurück zur Ortsfeuerwehr und die Fusion mit Büsserach der richtige Weg sei. Im Detail stellte sie den öffentlich-rechtlichen Vertrag über die Organisation der gemeinsamen Feuerwehr mit Büsserach vor und hielt ausdrücklich die Türe für weitere Gemeinden aus dem Lüsseltal offen. Der Vertrag regelt die Belange über die gemeinsamen Organe, die Anlagen und das Material sowie die Finanzen.

Mit zusätzlichen 16 Seiten Feuerwehrreglement zeigte Halbeisen die enorme Hintergrundarbeit für die gemeinsame Ortsfeuerwehr Typ 3 auf. «Dieser Typ ist nicht nichts», sagte sie. Die Sicherheit sei gewährleistet. Mit 60 Ja und 5 Enthaltungen bekundete der Souverän volles Vertrauen in die neue gemeinsame Feuerwehr. Da blieb erstaunlicherweise jede Diskussion auf der Strecke, von heissen Wortgefechten gar nicht zu reden.

Nur am Ende der Versammlung blieb lediglich die Enttäuschung, als Gemeindepräsident Dieter Künzli die Ablehnung der Vorlage in Büsserach verkündete (siehe unten). Breitenbach bleibt damit vorerst eine Ortsfeuerwehr vom Typ 2. «Wir bleiben mit unserer Ortsfeuerwehr am Ball», tröstete Künzli über die ungute Nachricht hinweg.

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