Pro Buechibärg

Grenzüberschreitende Gastfreundschaft

Schnapsbrennerei: Alfred Schwab zeigt den Interessierten, wie Schnaps gebrannt wird.

Erlebnistour Buechibärg

Schnapsbrennerei: Alfred Schwab zeigt den Interessierten, wie Schnaps gebrannt wird.

Fahrt mit Ross und Wagen, Schnapsdegustation, Treberwurst, Ländlermusik: Nicht nur die rund 80 anwesenden Personen freuten sich über die ganz besondere Erlebnistour von Pro Buechibärg, sondern auch die Oberwiler selber.

Agnes Portmann-Leupi

«Hü Charly und Mädi», sagt Kutscher Ueli Otti, und der Pferdewagen setzt sich langsam in Bewegung. Sein Sohn und Bio-Bauer Sämu Otti, der als Reiseleiter amtet, macht klar: «Die Oberwiler fühlen sich mehr dem Bucheggberg verbunden als der ‹Hauptstadt› Büren.»

Die Fahrt mit Ross und Wagen an diesem wunderschönen Sommerabend geht durchs liebliche, intakte Bauerndorf Oberwil, vorbei an Bauernhäusern mit tiefen Dächern und rot leuchtenden Geranien, Gemüse- und Getreidefeldern sowie weidenden Kühen.

Immer wieder fällt der Blick auf den charakteristischen, spitzen Kirchturm. 20 Bauernbetriebe sind im 780 Einwohner zählenden Dorf noch anzutreffen, 16 davon produzieren Milch.

Eigene Käserei

Von Sämu Otti ist zu erfahren, dass Oberwil eine eigene Käsereigenossenschaft besitzt, in welcher auch Bauern aus der Umgebung angeschlossen sind. Die Milchschwemme habe sie im Griff. In der eigenen Käserei werden rund 2,3 Mio. Liter Milch zu Emmentaler und 150 000 Liter zu Biokäse verarbeitet.

Das kleine Oberwil scheint daneben mit den drei Restaurants, der Metzgerei, dem Dorfladen, der eigenen Primarschule und der mit einem Wasserrad betriebenen Mühle dem Zeitgeist zu trotzen.

Wie aus Birnen, Zwetschgen, Kirschen und Äpfeln ein klarer Schnaps wird, erklärt Alfred Schwab in seiner 2005 total erneuerten Lohnbrennerei. Zum Einheizen verwendet er seit dem letzten Herbst Holzschnitzel anstatt Kohle.

Alfred Schwabs Grossvater kaufte nach dem Ersten Weltkrieg die Brennerei, in welcher damals aus Zuckerrüben Sprit für die Armee hergestellt wurde. Ab 1924 brannte dieser auf seiner neuen, fahrbaren Brennerei hauptsächlich «Träsch», im Sommer bei den Bauern selber, im Winter zu Hause.

Treberwurst im Sommer

«100 Kilogramm Obst ergeben rund zehn Liter 42-prozentigen Schnaps», erklärt Alfred Schwab inmitten von kupfernen Brennhäfen, Messgeräten und Korbflaschen stehend. Er stellt aber auch «Härdöpfeler» und Whisky her. Degustierend und diskutierend versuchen die Anwesenden herauszufinden, welche der vielen Spezialitäten am besten mundet oder nun eher auf die Frauen oder Männer zugeschnitten ist.

Im Wagenschopf der Familie Schwab erwartet die Pro Buechibärger-Freunde eine weitere Überraschung. Anstelle der traditionellen Buechibärger-Wurst gibts diesmal Treberwürste von der dorfeigenen Metzgerei. Zwar nicht ganz artgetreu auf der Maische gebrüht, sondern im «Marc-Wasser».

Gelobt werden sie allseits in den höchsten Tönen. In den urchigsten Tönen unterhalten die «Stückli-Örgeler» aus Gossliwil die gemütliche Gesellschaft, so quasi als Tüpfchen auf dem i.

Dritte Erlebnistour Do 23. Juli, Kunst und Mais, 18.30 Uhr in Nennigkofen. Anmeldung: Buechibaerg@Stuber.ch oder Niklaus Stuber, Brüggmoosstr. 2, 4500 Solothurn.

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