Gorilla
Goma – eine Sensation wird 50

Die Geburt des Gorilla-Mädchens Goma war eine Sensation. Es wurde in der ersten Zeit in der Familie des Zoodirektors aufgezogen.

Drucken
Goma, Basler Zoo

Goma, Basler Zoo

bz Basellandschaftliche Zeitung

Franz Osswald

Dieses Datum wird Ernst Lang, ehemaliger Direktor des Basler Zoos, sein Leben lang nicht vergessen: Am 23. September 1959 kam im Zolli das Gorilla-Mädchen Goma zur Welt. Es war die erste Geburt eines Gorillas in einem europäischen Zoo.

Mit dem Affenkind vergrösserte sich die Familie Lang um ein Mitglied. Gomas Mutter hielt ihr Kleines verkehrt im Arm, sodass es die Zitzen nicht erreichen konnte. Nach zwei Tagen konnte Ernst Lang das Affenbaby den Armen Achillas entnehmen und zu Hause aufziehen: «Nun hast du das Mädchen, das du selbst gebären wolltest, doch noch bekommen», habe er zu seiner Frau gesagt, erzählt Ernst Lang.

Hund als Spielkamerad

Mit Windeln und einem Lätzchen versehen, wurde Goma mit Muttermilch, die aus dem Kinderspital geliefert wurde, aufgezogen. Spielkamerad war der Hund der Familie Lang, der sich von Goma einiges gefallen lassen musste. Drei Jahre später erhielt Goma mit Pepe einen gleichaltrigen Spielgefährten, mit dem sie dann in die Gorilla-Familie integriert wurde.

Sozial blieb sie aber eine Aussenseiterin, selbst als sie ihren Sohn Tamtam gebar, der dieses Jahr im Zoo von Wuppertal im Alter von 38 Jahren gestorben ist. Erst als Tante wurde Goma in den 1980er-Jahren ins Familienleben einbezogen. Die «Grande Dame» ist seit 50 Jahren Botschafterin für ihre Artgenossen in freier Wildbahn, die auf der Liste der akut gefährdeten Tierarten stehen.

Während dies alles erzählt wurde, wechselte Goma ihren Platz, um den Film über ihr Leben mit anzusehen. Dann widmete sie sich dem Futtergehäuse, aus dem sie geschickt mit einem Steckchen eine Karotte so hinlegte, dass sie diese mit den Fingern durch einen Schlitz ziehen konnte. Ihr Geburtstagshäppchen wird sie heute um 15 Uhr im Affenhaus erhalten - zusammen mit den Zoobesucherinnen und -besuchern, die zum Schmaus eingeladen sind. Dort wird auch über die neu geplante Aussenanlage informiert. Eine Führung um 17 Uhr schliesst den Geburtstags-Apéro ab. Als Geburtstagsgeschenk des Zoos erhalten alle, die heute Geburtstag haben, einen Gratiseintritt.

Grössere Anlagen geplant

Im kommenden Januar wird mit dem Umbau der Javaneraffenanlage begonnen. Dies als erster Vorbereitungsschritt. Mitte 2010 ist voraussichtlich der Baubeginn für den Erlebnisbereich der Menschenaffen. Läuft alles nach Plan, dann kann die Anlage im Sommer 2012 den Tieren übergeben werden. Die fünf Bereiche der Aussenanlage werden zwischen 240 und 540 Quadratmeter Fläche umfassen, heute sind es grade 70 Quadratmeter. Feine Netze werden den Aussenbereich überspannen und einen guten Einblick erlauben. Ein mit Grünpflanzen bewachsenes zweites Netz spendet Schatten und schirmt die Tiere vor allzu neugierigen Blicken ab.

Das Affenhaus aus den 1960er-Jahren wird saniert und erweitert werden, aber nicht abgerissen. Die Einteilung in «Zimmer» erlaubt auch heute noch ein gutes Sozialleben für die Menschenaffen. Die Umbauten machen es zudem nötig, einen neuen Zufahrtsweg für die Zulieferung zu errichten.

Im Zoo wird buchstäblich einiges in die Wege geleitet. Das gilt auch für die Finanzen, denn die 28 Millionen Franken, die das grösste je geplante Projekt des Basler Zoos kosten wird, sind noch nicht beisammen.

Aktuelle Nachrichten