Holzpreis

Glücksgefühle wie im hölzernen Himmel

Der einheimische Rohstoff Holz eignet sich hervorragend zum Bauen. Beste Beweise liefert der erstmals landesweit verliehene Holzpreis Schweiz. Über die Auszeichnungen freuten sich in Aarau Architekten und Bauherren.

Hans Lüthi

Die neue Reithalle im Schachen Aarau ist eine von fünf speziellen Holzbauten, welche die Jury mit einer Auszeichnung beglückt hat. Die grosse Tragkonstruktion der Haupthalle besteht vollständig aus Holz. «Die Konstruktion wirkt schwebend wie ein hölzerner Himmel», schreibt die Jury zum «Gebäude von grosser Leichtigkeit, in dem das überzeugend konzipierte und schön geformte Holztragwerk eine freundliche Stimmung erzeugt».

Also wie zugeschnitzt für die 150-köpfige Holz-Festgemeinde, freundlich begrüsst von Pro-Holz-Aargau-Präsident Hanspeter Flückiger. «Aaraus hohe Baukultur fusst auf den drei Säulen ökologisch, wirtschaftlich und sozialverträglich», sagte Stadtammann Marcel Guignard. Die Schönheit der Reithalle lieferte den besten Beweis dafür.

Spezialpreis für die Steiner-Schule

Ganz vorne an der Spitze konnte der Aargau nicht mithalten, denn zu genial ist das neue Einschnittverfahren «Dukta» der Zürcher Gestalter Serge Lunin und Christian Kuhn. Aus steifen Holzplatten schufen sie bewegliche Flächen «mit einer gummiartigen Flexibilität». Mögliche Anwendung der Erfindung: im Innenausbau und für Möbel, für Akustik und Schmuck, ebenso für Dekorationen.

Einen Spezialpreis heimst die Rudolf-Steiner-Schule in Schafisheim ein, nicht wegen der Grösse oder der Schönheit der kleinen Pavillons. Im Zentrum steht die Verwendung von umweltschonenden Materialien. Die Schüler gingen in den Wald, halfen beim Aufbau und probten damit am Objekt, was das Bauen bedeutet.

Spannende Holzhäuser im Zentrum

Neben der Reithalle in Aarau und der Steiner-Schule erhielten diese Aargauer Projekte eine Auszeichnung: Ein Fabrikbau der Spyk Bänder in Herznach der Architekten Felber, Widmer, Kim in Aarau. Weil es mit dem Produkt in Zusammenhang steht, «verleiht es dem Betrieb eine unaufdringliche, aber einprägsame, werbewirksame Präsenz».

Zum Haus Müller Gritsch in Lenzburg betont die Jury, die Konstruktion und Ausführung der Zürcher Architekten Andreas Fuhrimann und Gabrielle Hächler überzeuge durch die unerschrockene Einfachheit».

Der Konzertpavillon Strudel in Baden lebte eine Badenfahrt - im Jahre 2007. Weil sich die Gestalter nicht mit Wärmedämmung und Brandschutz herumschlagen mussten, konnten die Stoosarchitekten in Brugg zusammen mit der Steiesel Werkstatt in Baden die faszinierenden Möglichkeiten eines schönen Holzbaus nutzen.

Eine Anerkennung für besondere Aspekte ging auch an das Ennetbadener Kondominium in Holz, eine 2007 erstellte Wohnüberbauung, konzipiert von den Badener BEM-Architekten. Für die Jury und ihren Präsidenten Professor Peter Eberhard von der Zürcher Hochschule der Künste überreichte Jurorin Rahel Marti die begehrten Auszeichnungen an die glücklichen Empfänger. Sie ist auch Redaktorin der Zeitschrift «Hochparterre», die alle Objekte ausführlich beschreibt.

www.holzpreis-schweiz.ch

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