Schiffsunglück
Ende April muss sich der Costa Concordia Kapitän erneut vor Gericht verantworten

Der Unglückskapitän Francesco Schettino muss sich im Frühjahr erneut wegen der Havarie des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia vor Gericht verantworten. Der Berufungsprozess beginnt am 28. April in Florenz, wie italienische Anwälte der Nebenklage am Montag mitteilten.

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Der Unglückskapitän Francesco Schettino muss sich erneut vor Gericht verantworten. Am 28. April beginnt der Berufungsprozess. (Archivbild)

Der Unglückskapitän Francesco Schettino muss sich erneut vor Gericht verantworten. Am 28. April beginnt der Berufungsprozess. (Archivbild)

/AP/GREGORIO BORGIA

Der Kapitän der Costa Concordia, Francesco Schettino, war im Februar vergangenen Jahres in erster Instanz wegen fahrlässiger Tötung zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Dagegen hatten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung Berufung eingelegt.

Die Costa Concordia hatte im Januar 2012 vor der Mittelmeer-Insel Giglio einen Felsen gerammt und war gekentert. Insgesamt 32 der mehr als 4200 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben.

13. Januar 2012: Die Costa Concordia rammt einen Felsen vor der Insel Giglio und kentert. 32 Personen sterben.
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20. Januar 2012: Die Regierung ruft für die Umgebung den Notstand aus, das havarierte Schiff sei eine Gefahr für die Umwelt.
18. Juni 2012: Die Bergung des Wracks beginnt.
2. November 2012: Das Wrack ist gesichert. Die Bergungsarbeiten kosteten rund 1,5 Milliarden Euro.
10. April 2013: Die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere erzielt einen Vergleich und muss eine Million Euro Strafe zahlen.
20. Juli 2013: Vier geständige Crewmitglieder und ein Manager erhalten Haftstrafen bis zu knapp drei Jahren – ohne Prozess.
16./17. September 2013: In einer 19-stündigen Bergungsaktion wird die Costa Concordia aufgerichtet.
23. Juli 2014: Die Costa Concordia verlässt Giglio. Aufgrund der Wetterlage musste die Überführung mehrfach verschoben werden
27. Juli 2014: Das Schiff trifft in Genua ein, wo es verschrottet werden soll.
3. November 2014: Der letzte Vermisste, ein indischer Kellner, wird gefunden.
11. Februar 2015: Der Kapitän der «Costa Concordia» Francesco Schettino wird zu 16 Jahren Haft verurteilt.
21. September 2015: Die Staatsanwaltschaft legt Berufung gegen die ihrer Ansicht nach zu milde Strafe ein.
3. Januar 2016: Das Luxusschiff ist so weit abgewrackt, dass die ersten zwei Schwimmkästen entfernt werden können.
1. September 2016: Die Costa Concordia wird ein letztes Mal im Hafen von Genua verschoben. Es folgt die Verschrottung – 80 Prozent wird recycelt.

13. Januar 2012: Die Costa Concordia rammt einen Felsen vor der Insel Giglio und kentert. 32 Personen sterben.

Keystone

Das Gericht in Grosseto hatte im Februar in erster Instanz entschieden, Schettino trage Verantwortung für das Unglück. Die Anklage hatte zuvor 26 Jahre Haft für den früheren Kapitän gefordert, der nach wie vor auf freiem Fuss ist. (sda)

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