Eine Gemeindefusion ist unausweichlich

Pfeffikon ist, auf sich allein gestellt, nicht überlebensfähig und braucht einen starken Partner. Dies zeigte der Finanz- und Aufgabenplan für die Jahre 2010 bis 2016 an der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend deutlich auf. Deshalb nimmt der Gemeinderat ab dem nächsten Jahr wieder Fusionsabklärungen auf.

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Silvio Bertschi

Bevor die Fühler auch in den Aargau (Reinach) ausgestreckt werden, erwartet man vorher dazu ein schriftliches Ja vom Luzerner Regierungsrat.

Ein Gesuch für einen Sonderbeitrag über vier Millionen Franken der Gemeinde Pfeffikon beim Regierungsrat wurde aus Luzern mit den Auflagen eines Maximalsteuerfusses von 2,4 Einheiten (heute 2,25), Kostenreduktionen, aufgeschobenen Investitionen und Fusionsabklärungen verknüpft und zudem auf zwei Millionen Franken halbiert. Weil der Gemeinderat Ersteres (Maximalsteuerfuss) nicht vorbringen wollte, die Zitrone für Einsparungen bereits ausgepresst ist und zudem vorgesehene Investitionen bereits auf die nächsten Jahre verteilt sind, konnte und wollte der Gemeinderat nicht auf die Bedingungen eingehen.

In diesem Zusammenhang wurden als Auflage der Regierung Fusionsabklärungen vereinbart. Bevor der Gemeinderat aber aktiv wird, möchte er die schriftliche Einwilligung vom Regierungsrat, auch in den Aargau, konkret nach Reinach, schielen zu dürfen. Daneben drängen sich logischerweise nur noch Beromünster und Rickenbach auf. Im letzteren Fall wäre dies «Zurück auf Feld eins», scheiterten doch vor Jahresfrist entsprechende Verhandlungen.

Teurer Strom aus Luzern

Der Preisüberwacher bestätigte dem Pfeffiker Gemeinderat das offene Geheimnis: Der Strom der CKW aus Luzern ist so ziemlich der teuerste der Schweiz. Bevor der Konzessionsvertrag mit dem Stromanbieter aus der Innerschweiz nach 2012 um weitere 25 Jahre verlängert wird, möchte der Gemeinderat versuchen, mit der EWS Energie in Reinach ins Geschäft zu kommen. Die Einsparungen wären beträchtlich und betragen im Extremfall bis zu 40 Prozent. Allerdings möchte die CKW ihr Netz in Pfeffikon nicht verkaufen. In dieser Sache ist das letzte Wort noch nicht gesprochen und man darf gespannt sein, ob die Marktöffnung ab 2013 den Konsumentinnen und Konsumenten entgegenkommt.

Strom aus Reinach

Innerhalb des Gemeinderates erachtet man einen Strombezug aus Reinach auch als Standortvorteil bezüglich Ortsmarketing. Tiefere Strompreise und ein Mitspracherecht innerhalb der Stromverkaufsorganisation (EWS) wären in dieser Beziehung attraktiv.

Die 63 anwesenden Pfeffikerinnen und Pfeffiker (12,7 Prozent) genehmigten das Budget 2010 diskussionslos. Bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 2,25 Einheiten sieht der Voranschlag bei Einnahmen und Ausgaben von 3,8 Millionen Franken ein Defizit von 712 900 Franken vor. Zugestimmt wurde einem Sonderkredit über 100 000 Franken für Sanierungen am Kindergartengebäude. (be.)

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