Eine dominikanische Familie

Eigentlich stellt man sich eine lateinamerikanische Familie meistens als eine Grossfamilie mit einem Vater im Unterhemd, einer etwas dicklichen Mutter und einer Vielzahl von Kindern vor. Die Gastfamilie von Austauschschülerin Tanja Enseroth ist zwar durch und durch dominikanisch, danach hört die Ähnlichkeit mit einer typischen Familie aber auch schon auf.

Drucken
Tanja Enseroth mit ihrer Schwester

Tanja Enseroth mit ihrer Schwester

Meine Gasteltern sind schon seit langer Zeit geschieden und ich habe den Vater meiner Geschwister bis jetzt noch nicht kennen gelernt. Meine Gastmutter ist Direktorin der Schule die ich besuche und nebenbei noch die Präsidentin von AFS, meiner Austauschorganisation. Da erübrigt es sich wohl zu erwähnen das sie eine sehr beschäftigte Frau ist und ich an manchen Tagen nicht viel von ihr sehe.

Da gibt es noch meine drei Geschwister, die jedoch allesamt auch sehr beschäftigte Menschen sind. Mein ältester Bruder Santiago studiert Jura, der jüngere arbeitet rund um die Uhr und zurzeit meist auch an den Wochenenden und meine Gastschwester Catherine hat mit ihren 19 Jahren und nach eine Austauschjahr in Belgien gerade ihr Psychologiestudium begonnen.

Tanja Enseroth Tanja Enseroth, (17), aus Wölflinswil besucht das Gymnasium in Muttenz BL. Seit Ende August verbringt sie ein Austauschjahr in der Dominikanischen Republik, wo sie bei Gastmutter Olga und deren drei Kindern Santiago, (23), Juan, (22) und Catherine (19) in Moca nahe der Hauptstadt Santiago wohnt.

Tanja Enseroth Tanja Enseroth, (17), aus Wölflinswil besucht das Gymnasium in Muttenz BL. Seit Ende August verbringt sie ein Austauschjahr in der Dominikanischen Republik, wo sie bei Gastmutter Olga und deren drei Kindern Santiago, (23), Juan, (22) und Catherine (19) in Moca nahe der Hauptstadt Santiago wohnt.

Zur Verfügung gestellt

Insgesamt eine sehr beschäftigte Familie, was bedeutet dass ich die Nachmittage meist alleine zuhause bin, da die Schule hier jeden Tag bereits um ein Uhr endet. Diese neue Familiensituation bereitete mir anfangs durchaus ein wenig Mühe, da ich es mir nicht gewohnt war, alleine zu essen und mir des Weiteren auch noch keine Freizeitbeschäftigungen suchen konnte.

Mittlerweile nehme ich aber schon zweimal die Woche Gitarrenunterricht und bin erstaunt, wie schnell man ein Instrument lernen kann. Da die Lektionen in einer Gruppe stattfinden werden diese nie langweilig und meistens um eine halbe Stunde verlängert, um noch ein wenig zu singen und zu schwatzen.

Allerdings fehlte mir bis jetzt ein wenig sportliche Betätigung, da mich das ständige Volleyballspielen in der Schule nicht wirklich befriedigte. Was sich jedoch jetzt hoffentlich bald ändern wird, da letzte Woche mit grossem Gejubel der «Club recreativo» wiedereröffnet wurde.

Der «Club recreativo» ist ein Zentrum mit Tennis- und Squashplätzen, Volleyballfeldern und für mich das wichtigste, einem grossen Schwimmbecken. Da ich früher einmal im Schwimmteam war und mich immer noch gerne im Wasser bewege, versuche ich nun möglichst schnell Mitglied zu werden und mich ein wenig in Schwung zu halten. Es ist ja kein Geheimnis, dass man als Austauschschüler aufgrund der Essensumstellung eher dazu neigt zuzunehmen.

Kein Wunder, denn hier in der dominikanischen Republik beginnt Weihnachten schon jetzt und damit auch dass typische Essen: Schweinebraten und Yuca, eine Art Kartoffel. So wurde auch die besagte Wiedereröffnung des Clubs gefeiert, welche ich mit der Familie meines Freundes besuchte. Ausserdem wurde viel getanzt und mir der typische Merengue ein wenig besser beigebracht. Jetzt kann Weihnachten beginnen!

Aktuelle Nachrichten