Ein heftiges Donnerwetter

In Schalunen hängt der Haussegen schief. Die beiden Damen im fünfköpfigen Gemeinderat, sowie die Finanzverwalterin und die Gemeindeschreiberin haben ihre Demission, respektive Kündigung eingereicht.

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Solothurner Zeitung

Rita Schneider

Die Stimmung an der Schaluner Gemeindeversammlung war - auch für Aussenstehende spürbar - gereizt, um nicht zu sagen gehässig. Und dies lag nicht am schlechten Rechnungsergebnis (vgl. Box). Mit Sandra Marti (acht Jahre im Gemeinderat) und Marie Eve Maier (zwei Jahre) treten die zwei Frauen aus dem Gremium aus. Nebengeräusche kamen aus der Mitte der Versammlung: Gar von Mobbing war die Rede. Ein schwerer Vorwurf, der Gemeindepräsident Markus Lüscher mit dem Vorschlag konterte, man solle eine Untersuchung der Unterstellungen beantragen.

Rechnung 2008

Die Rechnung 2008 weist ein Defizit von 105 000 Franken aus. Damit ist sie gegenüber dem Budget um 13 500 Franken schlechter gestellt. Grund: Die Steuereinnahmen brachen drastisch ein, wie Finanzverwalterin Margrit Wenger sagte. Statt der budgetierten 770 000 Franken gingen nur 733 000 Franken ein. Das Defizit wurde dem Eigenkapital belastet. Es beträgt nun 361 000 Franken. Die Rechnung wurde diskussionslos genehmigt. (rsb)

«Wir leben in keiner Diktatur»

Gemeinderätin Marti äusserte sich zu ihrem Rücktritt: Das Klima im Gemeinderat stimme nicht. «Die Umgangsformen lassen etliches zu wünschen übrig.» Und: «Es gibt eine zementierte Mehrheit im Gemeinderat.»

Gemeinderätin Maier bestätigte die Äusserungen ihrer Kollegin. Maier sagte, im Gemeinderat sei keine andere Meinung gefragt, und wenn diese geäussert, schon gar nicht geachtet würden. Peter Marti äusserte, man müsse sich schon fragen, was da eigentlich schief laufe, denn «erst kurz zuvor haben wir vernommen, dass neben der Finanzverwalterin auch unsere langjährige Gemeineschreiberin Susanne Ryser gekündigt hat.» An die Adresse von Markus Lüscher sagte Marti: «Wir leben in keiner Diktatur und es wäre wohl besser, den Gemeindepräsidenten auszuwechsel, statt Ratsmitglieder auszubooten.» Lüscher im Gegenzug machte darauf aufmerksam, dass seine Wahl hätte in Frage gestellt werden können. Das sei aber nicht geschehen.

Ein Mediator beiziehen

Der ehemalige Gemeindepräsident Rudolf Haring zeigte sich ob all dem betroffen: «Die Anschuldigungen stimmen mich nachdenklich. Da ist vieles schief gelaufen.» Er legte dem Gemeinderat nahe, dringend einen Mediator beizuziehen.

Unter Tränen bedankte sich Finanzverwalterin Margrit Wenger für das Vertrauen der Bevölkerung. Mit Gemeindeschreiberin Susanne Ryser würden, so Gemeindepräsident Lüscher, über den Zeitpunkt des Rücktritts noch Gespräche geführt. «Ein nahtloser Übergang muss gewährleistet sein», fasste er zusammen.

Es versteht sich von selbst, dass unter diesen Voraussetzungen kaum jemand grosse Lust verspürt, ein politisches Amt zu übernehmen. So habe man für die beiden vakanten Ratssitze unzählige Gespräche geführt, so Lüscher. Mit Heinz Wasem und Werner Hirter sei man fündig geworden. Dass die beiden in stiller Wahl bestätigten Gemeinderäte ganz gut ohne das Mandat hätten leben können, ging aus ihren Kurzvorstellungen hervor.

Die Finanzen in Schieflage

Auf die Gemeinde kommen happige Investitionen zu. Das generelle Entwässerungsprojekt führte zu Tage, dass die Wasserleitungen in einem bedenklichen Zustand sind und dringend repariert werden müssen. Es wird mit Kosten von rund

Weitere Beschlüsse

Die Schaluner Gemeindeversammlung hat den Kredit von 160 000 Franken für die Erschliessung des Areals Sutter Bau AG genehmigt. Dass der Kindergarten nach Fraubrunnen ausgelagert wird, nahm sie zur Kenntnis. (rsb)

800 000 Franken gerechnet, verteilt auf fünf Jahre. Diese Arbeiten müssen aus der Spezialfinanzierung berappt werden, was bedeutet, dass die Gebühren für Abwasser und Wasser deutlich steigen.

Stossend fand Peter Marti auch den Nachkredit von 10 300 Franken für die Sanierung des Mehrzweckgebäudes. «Immer wieder müssen wir Nachkredite genehmigen. Das ist doch nicht richtig», sagte er. Wie es in Schalunen weiter geht, ist vorderhand unklar. Allerdings soll noch diesen Sommer eine weitere Gemeindeversammlung einberufen werden. Gemeindepräsident Lüscher meinte auf Anfrage, dass eine gute Lösung für die Verwaltung gefunden werde. Eine Auslagerung oder gar eine Fusion schliesst er aber klar aus.

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