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Dignitas schickte Schizophrenen in den Tod

Dignitas-Arzt hat Sorgfaltspflicht verletzt, meint das Verwaltungsgericht Zürich. Er hat für die Sterbehilfeorganisation einem Schizophrenen den Giftcoktail verschrieben. Das Urteil zieht der Arzt vors Bundesgericht weiter. (Archiv)

Dignitas-Arzt hat Sorgfaltspflicht verletzt

Dignitas-Arzt hat Sorgfaltspflicht verletzt, meint das Verwaltungsgericht Zürich. Er hat für die Sterbehilfeorganisation einem Schizophrenen den Giftcoktail verschrieben. Das Urteil zieht der Arzt vors Bundesgericht weiter. (Archiv)

Bei Dignitas starb 2008 ein Schizophrener. Einem Arzt der Sterbehilfe-Organisation werfen die Zürcher Behörden nun gravierende Verletzungen seiner Sorgfaltspflicht vor.

Christian Bütikofer

Die Sterbehilfe-Organisation begleitete eine Person aus Spanien in den Tod, die unter Wahnvorstellungen litt. Offenbar unterliess es der 65-jährige Dignitas-Arzt, die dafür nötigen Abklärungen vorzunehmen. Dies berichtet die «Sonntagszeitung» in ihrer neusten Ausgabe.

Die Zürcher Gesundheitsdirektion stellte nach dem Freitod des Spaniers fest, dass der Arzt, Gynäkologe, der dem Spanier den Giftcoktail aus Natrium-Pentobarbital (NAP) verschrieb, seine ärztlichen Sorgfaltspflicht auf «gravierende Weise» verletzte.

Auch das Zürcher Verwaltungsgericht befand über den Fall und kam überein: Nur ein Psychiater kann über den Sterbewunsch eines psychisch Kranken befinden.

Das Gericht verbot dem Arzt, in Zukunft den Dignitas-Giftcoktail an weitere Sterbewillige zu verschreiben, die psychisch angeschlagen sind. Für gesunde Sterbewillige gilt das Verbot nicht. Der Arzt hat für Dignitas bisher über 100 NAP-Rezepte ausgestellt. Er zog das Urteil ans Bundesgericht in Lausanne weiter.

Mehr: Das Urteil im Original

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