Energiemesse
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Die Idee einer Energiemesse in Basel ist nicht gestorben. Das Konzept erfährt aber Änderungen Die MCH Group will die im vergangenen November abgesagte Global Energy Basel neu lancieren.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Loris Vernarelli

Die Global Energy Basel (GEB) hätte neben der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld das neue Flaggschiff der Messe Schweiz (neu MCH Group) werden sollen. Eine dreitägige Veranstaltung im November des letzten Jahres, an der erstmals Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über integrierte Lösungsansätze einer nachhaltigen Energieversorgung diskutiert hätten.

Eine grosse Kiste, wie ein Blick auf die provisorische Rednerliste verrät: Neben dem Friedensnobelpreisträger Al Gore und dem Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, wurden auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Rheinknie erwartet.

Die Absage kam deshalb überraschend. Das Energie-WEF, wie die Veranstaltung bald genannt wurde, fiel der Wirtschaftskrise zum Opfer. «Angesichts der damaligen Entwicklungen auf den Weltmärkten sagten wichtige internationale Teilnehmer kurzfristig ab», erklärt Stephan Peyer, Mitglied der Gruppenleitung der MCH Group. «So gerieten auch wir in den Sog der sich anbahnenden Finanzkrise. Schliesslich mussten wir einsehen, dass wir unser Leistungsversprechen nicht hätten einhalten können. Die Absage war unumgänglich.»

Die ganze Schuld auf die schwache Konjunktur schieben und die Kongressmesse neu ansetzen wäre der mögliche nächste Schritt gewesen. Doch die Organisatoren wollten es genau wissen. Man sei durch einen selbstkritischen Prozess gegangen, sagt Peyer. Was lief schief? Was war beeinflussbar, was nicht? Welche Lehren muss man ziehen? Die Entscheidung, die Idee einer Global Energy Basel weiterzuverfolgen, wurde bald gefasst. Ebenfalls jene, eine geeignetere Basis zu finden.

Als eines der Hauptprobleme entpuppte sich nämlich die Plattform. «Die Art und Weise, wie wir das Thema Energie aufgerollt haben, hat uns viele Sympathien von wichtigen Playern im Inland gekostet, während im Ausland Schlüsselorganisationen sofort zusagten», räumt Stephan Peyer ein. Es sei auffallend, dass man diese Materie in der Schweiz offenbar nicht mit einer privatwirtschaftlichen Trägerschaft verknüpfen dürfe.

Es gebe heute immer noch die weit verbreitete Ansicht, dass man mit dem Thema erneuerbare Energie kein Geld zu verdienen hat. Rückblickend sei es zudem verfrüht gewesen, grosse Namen schon bei der Lancierung der Plattform zu erwähnen. «Dass ein Kaliber wie Schwarzenegger nach Basel kommt, wurde von den Medien als sicher gewertet, nicht aber von uns», stellt Peyer klar.

Im kleineren Rahmen beginnen

Die MCH Group will nun weniger «marktschreierisch» vorgehen, sondern eine auf Inhalt und Kompetenz gestützte Plattform kreieren. Dieser Schritt setzt auch kleinere Dimensionen voraus. «Wir wollen im kleinen, aber nicht minder wichtigen Rahmen beginnen», betont Peyer. Die Messe sei eben gewohnt, in grossen Dimensionen zu denken. Aber im Fall der GEB wäre es besser gewesen, ein paar Stufen weiter unten zu beginnen, um sich dann kontinuierlich zu entwickeln.

Energieeffiziente Lösungen für Industrie und Transportwesen entwickeln: Der Grundgedanke der neuen GEB wird sich nicht von jenem der alten unterscheiden. Wann die Messe genau stattfinden wird, ist noch offen.

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