Lengnau

Das Signalhorn bestimmt den Arbeitstakt

Baustelle: Durchfahrende Züge erschweren die Arbeiten an der Eisenbahnbrücke über der Moosstrasse. (Bild: mrl)

SBB-Brücke

Baustelle: Durchfahrende Züge erschweren die Arbeiten an der Eisenbahnbrücke über der Moosstrasse. (Bild: mrl)

Die Brücke der SBB über die Moosstrasse wird saniert. Kein einfaches Unterfangen für die Arbeiter, denn täglich passieren 300 Züge die Baustelle.

Margrit Renfer

Unüberhörbar ertönt das Signalhorn des Sicherheitswärters. Was Anwohner der Moosstrasse und der Eisenbahnbrücke als eher lästigen Lärm empfinden, ist für die Arbeiter an ihrem Arbeitsplatz direkt an den Geleisen überlebenswichtig. Die Brückenborde werden mit massiven neuen Betonkonsolen verstärkt. Zudem werden die Brückengeländer erneuert und die Brücke neu abgedichtet.

Bei all diesen Arbeiten verkehren die Züge normal. «Die Baustelle darf nur mit der Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern durchfahren werden», erklärt der Sicherheitswärter Milan Dekic. Die Fotografierende wird sofort aufgefordert, die Geleise aus Sicherheitsgründen zu verlassen und unbedingt das Warngilet anzuziehen. Achtung, aufpassen und noch einmal aufpassen ist oberstes Gebot. «Wir sind es uns gewohnt», sagt ein Arbeiter. Und trotzdem: «Der Sicherheitswärter ist für uns der wichtigste Mann.» Ihm vertrauen die Arbeiter. Wer sich auf die Arbeit konzentriert, vergisst schnell mal auf die Seite zu stehen. Und kein Werkzeug darf auf den Geleisen vergessen werden.

Kurze Arbeitsintervalle

Eben wird die Betonschalung ausgemessen. «Tuut» - schon wieder ein Zug. «Tuut, Achtung!» auf der Gegenfahrbahn folgt ein weiterer Zug. Das Signalhorn bestimmt den Arbeitsrhythmus. An der Baustelle in Lengnau sind bei über 300 Durchfahrten an einem Tag die Intervalle kurz. Die Lokomotivführer kennen die Baustellen, gegenseitiger Respekt gehört dazu. Im Moment wird tagsüber gearbeitet. In den Nächten vom 29./30. August und 12./13. September wird der Zugverkehr auf je ein Geleise für den Einbau der Brückenabdichtung kanalisiert. Dann wird auch nachts, obwohl weniger Züge verkehren, der Warnton zu hören sein.

Lärmschutzwände auf Kurs

Die Auflage für den Bau der Lärmschutzwände entlang des SBB-Trassees wurde durchgeführt. Jean-Louis Scherz, Mediensprecher der SBB, informiert auf Anfrage, dass das Verfahren im Moment seinen normalen Verlauf nimmt. Die SBB nehmen gegenüber dem Bundesamt Verkehr als Bewilligungsbehörde Stellung zu den eingegangenen Einsprachen. Für die SBB ist es üblich, dass Anwohner und Anstösser bei Bauauflagen den Dialog mit ihnen suchen. Ob eventuellen Anliegen entsprochen wird, entscheidet das Gespräch oder das BAV. Mit der Baubewilligung ist im 2010 zu rechnen. Der Bau der Lärmschutzwände erfolgt 2011 und sollte 2012 beendet sein.

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