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Das ist das Deutschschweizer Wort des Jahres – es hat mit Corona zu tun

Wort des Jahres ist «systemrelevant». Forschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften haben mit einer Datenanalyse herausgefunden, welche Worte 2020 besonders wichtig waren.

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Wort des Jahres: Die Frage, wer den nun relevant sei für das System, habe 2020 für Unruhe gesorgt, so die Jury. (Symbolbild)

Wort des Jahres: Die Frage, wer den nun relevant sei für das System, habe 2020 für Unruhe gesorgt, so die Jury. (Symbolbild)

Keystone

(wap) Bestimmt wurde das Wort des Jahres von einer Jury aus Sprachschaffenden aus der ganzen Deutschschweiz. Sie wählten es aus einer Liste von Wörtern aus, die Forschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) mittels einer Datenanalyse zusammengetragen hatten. Dabei seien nicht nur Wörter ausgesucht worden, die 2020 häufiger als in früheren Jahren verwendet worden seien, sondern auch solche, die in einem neuen Bedeutungszusammenhang aufgetaucht seien, so eine Mitteilung der ZHAW vom Dienstag.

Die Wahl der Jury fiel auf das Wort «systemrelevant». Die Klassierung von Berufen und Branchen nach Systemrelevanz habe im Coronajahr 2020 für Unruhe gesorgt, resumiert die Jury gemäss Medienmitteilung: «Applaus und Überlastung, Streikgedanken und Abgrenzungsfragen – Unruhe kommt ins System mit der Einstufung des Bundesrates, welche Sektoren unabdingbar sind für das Wohlergehen der Gesellschaft und das Funktionieren der Wirtschaft.» Zurückgeblieben sei auch eine Frage: «Sind wir nicht alle relevant in diesem System?»

Bei der Wahl des Wortes des Jahres gibt es auch einen zweiten und dritten Platz. Diese belegen «Maskensünder» und «stosslüften». Für die Romandie wählte eine französischsprachige Jury «Coronagraben» zum Wort des Jahres, in der italienischsprachigen Schweiz war es schlicht «Pandemia», bei den Rätoromanen «Mascrina».