Aufräumen auf Campingplatz
Das grosse Aufräumen am Türlersee

Fuhre um Fuhre wurde am Mittwoch verbranntes Erdreich vom Brandort abtransportiert. Der Campingplatz hat den Betrieb derweil wieder aufgenommen.

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Limmattaler Zeitung

Martin Reichlin

Eins ums andere Mal holte der hydraulische Arm des Baggers aus, stiess tief in die verkohlte Grasnarbe und zog die obersten 20 Zentimeter der Humusschicht ab. Direkt daneben griff die eiserne Klaue einer zweiten Baumaschine in einen Haufen verbogener und angesengter Trümmer, Übrigbleibsel der 17 Wohnwagen, die am Montag ein Raub der Flammen wurden, und wuchtete den Schrott in einen Container.

Die Zeichen standen auf Aufräumen, gestern auf dem Campingplatz Türlersee. Das Erdreich des 2000 Quadratmeter grossen Brandplatzes musste abgetragen und entsorgt werden, denn mit dem Löschwasser gelangten auch giftige Rückstände verbrannter Kunststoffe in den Boden. Das kontaminierte Wasser, das in die Abwasserschächte gelaufen ist, wird von einer Spezialfirma abgepumpt werden, wie Campingplatzpächter Köbi Huber erklärte. Und auch die rund 30 Flüssiggasflaschen, die beim Grossbrand glücklicherweise nicht explodiert sind, werden von Spezialisten abgeholt und sicher beseitigt.

Wie lange wird es dauern, bis wieder Campingalltag herrschen wird?

Köbi Huber: Wir konnten den Camping-Betrieb heute wieder aufnehmen. Das Feuer hat ja den grössten Teil der Anlage glücklicherweise verschont.

Herrscht schon wieder so etwas wie Normalität auf dem Gelände?

Huber: Dafür ist es noch zu früh. Allerdings sind zurzeit wegen des Wetters relativ wenig Leute auf dem Platz. Das ist eigentlich gut so.

Konnten Sie mit dem Camper sprechen, in dessen Wohnwagen der Brand wegen austretendem Gas ausbrach?

Huber: Ja. Er ist ein älterer Mann, der schon lange hier auf dem Platz campiert. Er gehört sozusagen zur Familie und wir kümmern uns ein wenig um ihn. Es geht ihm nicht besonders gut.

Wurde er beim Feuer verletzt?

Huber: Nein, er war ja gar nicht hier. Sein Wagen war stillgelegt.
Der Schaden an den Wohnwagen geht laut Polizei in die Hunderttausende. Wissen Sie schon, wie gross der

Verlust für den Campingplatz ist?

Huber: Der Schaden liegt wohl irgendwo zwischen 30 000 und 100 000 Franken. Wir müssen Mieten zurückzahlen, der Platz war zwei Tage geschlossen und es entstehen Kosten für das Aufräumen und Entsorgen. Wie gross der Imageschaden ist und welche Auswirkungen der Brand auf die Auslastung in den nächsten Monaten haben wird, ist aber noch nicht abzuschätzen.

Nach dem Feuer beklagten einige Camper, ein Fluchttor sei verschlossen gewesen. Ein Versehen?

Huber: Nein, kein Versehen. Das Tor wird wenn nötig von der Feuerwehr geöffnet. Die musste allerdings erst die Menschen, die vom Feuer bedroht wurden, evakuieren. Die Leute im hinteren Teil des Platzes waren demgegenüber nicht unmittelbar bedroht.

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