Ein herabgefallenes Metallteil einer Continental-Maschine führte nach Einschätzung der französischen Ermittler zu der Katastrophe, bei der am 25. Juli 2000 insgesamt 113 Menschen ums Leben kamen.

Vor Gericht stehen neben Continental Airlines ein Mechaniker der Fluggesellschaft und sein Vorgesetzter sowie ein früherer Verantwortlicher der französischen Luftfahrtbehörde DGAC und zwei leitende Mitarbeiter des Concorde-Programmes beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern Aérospatiale.

Die französische Fluggesellschaft Air France, die in dem Prozess als Nebenkläger auftritt, trage keinerlei Verantwortung für den Unfall mit ihrer Concorde-Maschine, betonte ihr Rechtsanwalt Fernand Garnault unmittelbar vor Verfahrensbeginn in Pontoise.

Ihr Überschallflugzeug habe "keinerlei technische Schwäche" gehabt, als es seinerzeit wenige Kilometer nach dem Start in Richtung New York nördlich von Paris auf ein Hotel stürzte.

Die Überschallmaschine war von einer deutschen Kreuzfahrtgesellschaft gechartert worden, die ihre Kunden zu einer Reise in die Karibik bringen wollte. Unter den Toten waren auch vier Menschen, die sich in dem Hotel in Gonesse aufhielten, als das Flugzeug abstürzte.

In dem auf vier Monate angesetzten Strafverfahren werde es vor allem um technische Details gehen, sagte ein Anwalt der Opfervereinigung FENVAC, Sébastien Busy. Die Würde der Opfer und ihrer Angehörigen werde dabei "bedauerlicherweise" ausser Acht gelassen.

Die Vereinigung kritisierte, dass mit der Entschädigung der Hinterbliebenen der 97 tödlich verunglückten Deutschen im Jahr nach dem Unfall ihr Schweigen "erkauft" worden sei.

Den fünf Angeklagten drohen bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 75'000 Euro (110'000 Franken), den Unternehmen eine Strafe von bis zu 375'000 Euro (552'000 Franken).