Entwicklung
Concorde-Nachfolger: Milliardär baut mit Airbus Überschall-Flieger

Auch nach dem Aus für die Concorde ist die Idee des Überschallflugs bei Airbus nie eingeschlafen. Jetzt unterstützt der Konzern einen US-Superreichen beim Bau eines Überschall-Geschäftsreisefliegers. Schon 2021 soll der Flieger in der Luft sein.

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Die Pläne des Aerion-Geschäftsflugzeugs
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Die Pläne von Airbus und Aerion eines Überschallgeschäftsflugzeugs
Die US-Firma arbeitet auch mit der Nasa zusammen, um das optimale Flügelprofil zu entwickeln.

Die Pläne des Aerion-Geschäftsflugzeugs

ho/Aerion

Elf Jahre nach dem Aus der Concorde will es Flugzeugbauer Airbus noch einmal wissen und der US-Milliardär Robert Bass kann sich freuen: Gemeinsam verfolgen sie konkrete Pläne für den Bau eines Überschall-Geschäftsreisefliegers.

Seit mehr als zehn Jahren verfolgt er mit seiner kleinen Firma Aerion den Plan zum Bau von Überschall-Geschäftsreisefliegern. Etwa 100 Millionen Dollar hat der Milliardär hierfür schon investiert. Es gibt schon viele ambitionierte Pläne, aber noch kein Flugzeug.

Doch das soll sich nun mithilfe des europäischen Flugzeugherstellers Airbus ändern, die eine technische Zusammenarbeit für die Überschallflugtechnik verkündete.

Zunächst beteiligt sich Airbus am Austausch von Know-How und entsendet Airbus-Experten, heisst es bei Aerion mit Sitz in Reno im US-Bundesstaat Nevada.

Die Gesamtkosten zur Entwicklung eines Überschall-Jets lägen in der Grössenordnung von etwa drei Milliarden Dollar.

Patent: Treibstoffsparende Flügel

Aerion hat sich eine Spezialentwicklung für eine besondere Flügelform patentieren lassen. Bei dem sogenannten Laminarflügel umströmt die Luft die Tragflächen nahezu ohne Verwirbelungen. Das spart Treibstoff.

Die US-Firma hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2021 das kleine Überschalljetmodell AS2 mit allen Zulassungen ausliefern zu können. Das Modell mit drei Triebwerken soll nonstop die Strecke von London nach San Francisco in der Hälfte der Zeit eines herkömmlichen Passagierflugzeugs zurücklegen können. In der Spitze soll 1,6-fache Schallgeschwindigkeit über dem offenen Meer erreicht werden.

Grosses Marktpotenzial

Der Stückpreis eines Flugzeugs dürfte bei über 100 Millionen Dollar liegen. Aerion schätzt das Marktpotenzial auf über 600 kleine Überschalljets in den nächsten 20 Jahren.

Doch warum beteiligt sich Airbus derart offensiv an einer Zusammenarbeit, die laut vielen Luftfahrtexperten zum Scheitern verurteilt ist?

Klar ist: Airbus glaubt an das wirtschaftliche Überschallfliegen und hat selbst nach dem Aus für das französisch-britische Überschallflugzeug Concorde vor gut zehn Jahren das Thema Überschallflugzeug nie zu den Akten gelegt.

So stellt Airbus hin und wieder auf Luftfahrtmessen Zukunftspläne für Überschalljets vor. 2011 wurden beispielsweise Pläne für eine Öko-Concorde mit Vierfach-Schallgeschwindigkeit verkündet. Man darf gespannt sein, wie ernsthaft diese Pläne umgesetzt werden.

Die Concorde der Air France

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