Bruderholz ist schlecht erschlossen

Der Basler Regierungsrat Carlo Conti sprach bei den Grauen Panthern zum Geriatrie-Zentrum Bruderholz.

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Regula Vogt-Kohler

Ein modernes Spital mit zwei Bettenhäusern mitten im Grünen - mit einem Blick in die Zukunft, konkret ins Jahr 2018, begann Gesamtprojektleiter Bernhard Gysin vom Baselbieter Hochbauamt seine Ausführungen zum Projekt für einen Neubau des Baselbieter Akutspitals und ein Kompetenzzentrum für Geriatrie und Rehabilitation der Kantone Basel-Stadt und Basellandschaft auf dem Bruderholz.

Gysin ist wie die Regierungen der beiden Basel vom Standort Bruderholz überzeugt: Bei einer Prüfung von verschiedenen Varianten habe sich gezeigt, dass das Bruderholz noch immer der beste Standort sei. Gysin hob die grüne Umgebung, die Weite und die damit verbundenen räumlichen Reserven als Vorteile hervor, ohne einen gewichtigen Nachteil zu verschweigen: Die Erschliessung gelte es im Auge zu behalten.

Bedarf bis 2030 gedeckt

Verläuft alles nach Plan, entstehen bis 2018 auf dem Bruderholz ein neues Akutspital des Kantons Baselland sowie ein Kompetenzzentrum für Akutgeriatrie und Rehabilitation beider Basel. Die Kosten für das Geriatrie-Zentrum tragen die beiden Kantone je zur Hälfte; die Parlamente haben im Frühling 2009 die Projektierungskredite genehmigt. Bis Ende 2011 sollten die Entscheide zu den Baukrediten vorliegen, der Baubeginn ist für 2012 vorgesehen. Mit den 436 Betten im neuen Geriatrie-Zentrum ist der Bedarf bis 2030 gedeckt. Weil die Zahl der über 80-Jährigen danach weiter zunehmen werde, müsse man nach dem Bezug des Zentrums gleich weiter planen, sagte Carlo Conti. (rv)

Deutlicher äusserte sich an der öfffentlichen Monatsversammlung der Grauen Panther Baselland-Baselstadt-Regio der baselstädtische Regierungsrat Carlo Conti: «Die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr ist ungenügend.» Die Basler Regierung habe eine Verbesserung des ÖV-Angebots zur Bedingung gemacht. «Wenn Sie eine bessere ÖV-Erschliessung verlangen, haben Sie unsere volle Unterstützung», sagte der Vorsteher des baselstädtischen Gesundheitsdepartementes auf Kritik am Standort Bruderholz. Eine erste Verbesserung gibt es ab Fahrplanwechsel im Dezember 2009 mit der neuen Buslinie 47, die von Muttenz nach Bottmingen fährt.

Petition für Felix Platter-Spital

Die geplante Verlegung des baselstädtischen Geriatrie-Zentrums vom Felix Platter-Spital ins das neue Kompetenzzentrum auf dem Bruderholz stösst vor allem in Basel West auf Widerstand. «Ich bin total dagegen, dass man uns das Felix Platter-Spital wegnimmt», sagte eine Frau aus dem Kannenfeld-Quartier. Sie hätte das gemeinsame Geriatrie-Zentrum lieber am Standort des neuen Kinderspitals gesehen. Auch andere Quartierbewohner können sich mit dem Standort Bruderholz nicht anfreunden und haben eine Petition für ein Geriatrie-Zentrum beider Basel am Standort des Felix Platter-Spitals unterschrieben. «Aus der Optik des Quartiers verstehe ich das, aber was machen Sie mit Leuten, die in Aesch oder Langenbruck wohnen?» sagte Carlo Conti dazu, um später noch hinzuzufügen: «Wer im Gundeli wohnt, für den ist das Bruderholz näher als das Felix Platter-Spital.»

Und Angéline Fankhauser, Co-Präsidentin der Grauen Panther, doppelte mit einer Bitte an die Basler nach: «Denken Sie mal an die Leute, die in Oberwil etc. wohnen, dort, wo Sie am Sonntag gerne spazieren gehen ...»

Neben dem Standort gab auch das Konzept des neuen Zentrums zu reden. Eine ehemalige Mitarbeiterin legte Carlo Conti ans Herz, die Qualität des Felix Platter-Spitals beizubehalten. Mit ihren Zweifeln daran, dass Angebote wie Hausbesuche am Standort Bruderholz aufrechterhalten würden, war sie nicht allein.

Conti versicherte jedoch, dass das neue Zentrum die baselstädtische Behandlungskette mit leichten Anpassungen übernehmen werde. Dass auch im Bereich der palliativen Pflege ein Bedarf bestehe, sei erkannt, schloss Conti.

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