Basel

Bis zu 90 Prozent mehr Touristen

Über 100 000 Niederländer pilgerten für den Viertelfinal gegen Russland nach Basel. Seither werden auch vermehrt niederländische Touristen am Rheinknie begrüsst.

Holland-Fans in Basel

Über 100 000 Niederländer pilgerten für den Viertelfinal gegen Russland nach Basel. Seither werden auch vermehrt niederländische Touristen am Rheinknie begrüsst.

Seit der Euro 08 kommen mehr Besucher nach Basel – aber wie lange noch?

Von Daniel Ballmer

Als «erstaunlich» bezeichnet Basel Tourismus die Zahlen. Tatsächlich: Aus allen Nationen, deren Teams an der Fussball-Europameisterschaft in Basel spielten, sind seither mehr Besucher festzustellen. So ist in den drei Monaten nach der Euro 08 die Zahl türkischer Touristen im Vergleich zur Vorjahresperiode gleich um 90 Prozent explodiert. Deutliche Zunahmen zu verzeichnen sind auch aus Russland (+ 69 Prozent), Tschechien (+ 17 Prozent), oder den Niederlanden (+ 14 Prozent). «Es ist allerdings schwer zu beurteilen, wie weit dies mit der Euro zusammenhängt», stellt Christoph Bosshardt von Basel Tourismus klar.

Ohnehin war 2008 für den Tourismus ein absolutes Rekordjahr. Das Spitzenergebnis von 2007 wurde nochmals um 7 Prozent übertrumpft. Gerade die Hotellerie hat gut gearbeitet: Erstmals wurden über eine Million Übernachtungen erreicht. «Das war natürlich nicht nur wegen der Euro», sagt Bosshardt. «Aber sie bildete dazu einen wichtigen Beitrag.» So zeige sich bei den Logiernächten gerade während der Euro im vergangenen Juni in der Statistik ein hoher Ausschlag.

Mit der Euro habe Basel seine Bekanntheit steigern können, sagt Bosshardt. Kölner Meinungsforscher dagegen sprechen von einem «nur moderaten Effekt». Die Schweizer Host Cities genossen bereits eine hohe Bekanntheit. Da sei «wenig Potenzial für Steigerungen vorhanden» gewesen. Dennoch werten sie die Euro «unter Imageaspekten» als Erfolg für die Schweiz. Doch: Ob sich dies dauerhaft in konkreten Zahlen niederschlägt, ist schwer abzuschätzen. Das Image einer Stadt hänge nie von einem einzelnen Event ab, sagt Bosshardt. Ein Image entstehe über Jahre, sei geprägt von vielen Anlässen. «Die Euro war dazu ein Puzzle-Stein.»

Doch auch in Basel spürt der Tourismus die globale Krise. Es sei aber noch nicht so dramatisch wie in Zürich oder Genf. Die Prognose der BAK Basel spricht von einem Rückgang der Logiernächte um 6,2 Prozent. Basel Tourismus aber glaubt, dass Basel besser wegkommen kann und nur eine Einbusse von rund 5 Prozent erleiden werde. Bosshardt: «Aber auch mit einem solchen Minus bewegen wir uns noch immer auf sehr hohem Niveau.»

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