Bätterkinden
«Big Brother» lässt auf sich warten

In den Sommermonaten hatte die Gemeinde Bätterkinden vermehrt Vandalenakte zu beklagen. Nebst intensiveren Sicherheitspatrouillen zog sie auch Videoüberwachung in Betracht. Nun, wo der Grosse Rat dafür grünes Licht gegeben hat, ist «Big Brother» für die Gemeinden kein Thema mehr.

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Videoüberwachung

Videoüberwachung

Solothurner Zeitung

Marisa Cordeiro

Sprayereien, eingeschlagene Fenster bei der Saalanlage, zerschnittene Goalnetze und ein versuchter Kioskeinbruch: Die Gemeinde Bätterkinden wurde in den Sommermonaten von verschiedenen Vandalenakten geplagt. Die gesamte Schadenssumme beläuft sich auf mehrere Tausend Franken.

Als Reaktion auf die mühseligen Vorkommnisse erteilte die Gemeinde dem ortsansässigen Sicherheitsdienst THB den Auftrag, die bestehenden Patrouillen an neuralgischen Orten zu intensivieren. Gleichzeitig werde die Möglichkeit einer Videoüberwachung geprüft, sagte Gemeinderat Beat Linder (SVP), Ressort Hochbau, damals gegenüber dieser Zeitung. Doch ehe die Massnahme umgesetzt werde, wolle man den Entschluss des Grossen Rates abwarten, «denn wir wollen nicht gegen den Datenschutz verstossen», sagte Linder Mitte Juni.

Doch nicht ganz ausschliessen

Anfang September hat nun der Grosse Rat mit 118 zu 24 Stimmen, bei vier Enthaltungen, klar grünes Licht für die so genannte Echtzeitvideoüberwachung gegeben. Doch mittlerweile ist der Entscheid für die Gemeinde Bätterkinden nicht mehr von Bedeutung. «Inzwischen haben wir von der Videoüberwachung abgesehen», sagt Linder.

Einerseits habe die intensivierte Patrouille durch den Sicherheitsdienst Wirkung gezeigt. Andererseits sei die Videoüberwachung auch ein Kostenpunkt. Trotzdem will Linder die Videoüberwachung nicht ganz ausschliessen. «Es kann sein, dass wir diese Massnahme bei Bedarf später wieder in Betracht ziehen werden.»

Doch die Patrouillen des Sicherheitsdienstes haben nicht nur für mehr Ordnung gesorgt, sondern auch zu einer neuen Erkenntnis geführt, nämlich: «Dass es vermehrt auswärtige Jugendliche waren, die diesen Sommer in Bätterkinden für Unruhe sorgten.» Das sei wohl jahrgangsbedingt, mutmasst Linder. «Die Bätterkinder Jugendlichen scheinen gegenwärtig vor allem mit Gleichaltrigen aus dem Raum Kirchberg/Fraubrunnen befreundet zu sein.»

Littering im Frühling anpacken

«Überhaupt», schiebt Linder nach, «sind wohl die unterschiedlichen Jahrgänger auch der Grund für die Schwankungen von Saison zu Saison.» Den Vandalismus habe die Gemeinde also zwar soweit in den Griff bekommen, was allerdings das Littering anbelangt, «da besteht noch Handlungsbedarf», sagt Linder. Besonders davon betroffen sei die Saalanlage, inklusive dem angegliederten Skatepark.

Deshalb sei der Ausschuss Vandalismus/Gewalt nach gut zweijähriger Pause wieder ins Leben gerufen worden. Er setzt sich aus sieben Personen zusammen: Gemeindepräsidentin Rosmarie Habegger (SVP), Gemeinderat Beat Linder (SVP), Ressort Hochbau, Christoph Ludi, Werkmeister, und Gemeindeschreiber Paul Röthlisberger. Neu wurden auch Jugendarbeiter Urs Widmer, Schulleiter Urs Bill, sowie Rolf Herzog, Abwart des Schulhauses Dorfmatt miteinbezogen.

Es sei nun die Aufgabe dieses Ausschusses, nach Möglichkeiten zu suchen, wie das Littering-Problem zu lösen ist. «Wir wollen den Jugendlichen den Umgang mit der Umwelt wieder ins Bewusstsein rufen», sagt Linder. Angesichts dessen, dass der Skatepark wieder eine Betreibergruppe erhalten soll, wolle man auch mit dieser das Gespräch suchen.

Da mit dem Herbst das «draussen Herumsitzen zunehmend ungemütlich wird», nahen ruhigere Zeiten, sagt Linder. Deshalb dürfte es Frühling werden, bis die ersten Massanahme beschlossen seien. Eines stehe für ihn aber fest: «Wenn die ersten verlängerten Wochenende bevorstehen, spätestens dann wollen wir bereit sein.»

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