Axpo
«Axpo verschliesst sich neuer Technik»

Niederwils Gemeindeammann Walter Koch und Amtskollege Walter Stierli aus Fischbach-Göslikon sind enttäuscht. Sie werfen dem Stromkonzern Axpo mangelndes Interesse an der Bodenverkabelung im Reusstal vor.

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Freileitung

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sl

Lukas Schumacher

Ein Rundgang des Vereins Verträgliche Starkstromleitung Reusstal (VSLR) in Niederwil und Fischbach-Göslikon hat die brisante Frage «Unterirdischer oder oberirdischer Ausbau der Starkstromleitung?» um ein weiteres Kapitel bereichert.

Den Grossanlass prägte zum einen der eindrückliche Aufmarsch von gut 100 einheimischen Befürwortern einer Erdverkabelung, die eine Erneuerung der Freileitung bekämpfen. Zum andern äusserten sich Niederwils Gemeindeammann Walter Koch und Walter Stierli, der Gemeindeammann von Fischbach-Göslikon, mit überraschend deutlichen Worten.

«Festgefahrene alte Schienen»

Walter Koch, Niederwil, rügte die Haltung des Stromkonzerns. Dass die Axpo am markanten Ausbau der Freileitung mit hohen Strommasten festhalte, sei unverständlich sagte Koch. Der Konzern bekunde offensichtlich Mühe, «festgefahrene alte Schienen zu verlassen». Er verschliesse sich der neuen Erdverkabelungs-Technik, welche die Landschaft schone und den Anwohnern diene. Zwar sprächen die geltenden gesetzlichen Verordnungen für eine oberiridische Lösung. Nachhaltig und vernünftig sei diese freilich nicht. Koch fordert den Konzern auf, über den eigenen Schatten zu springen. Der Gemeindeammann unterstützt das Begehren des Vereins VSLR: «Die Axpo soll im Reusstal ein Pilot-projekt mit einer Bodenleitung lancieren.»

«Werden Einsprache machen»

Das noch nicht eingereichte Ausbauprojekt der Axpo beschäftigt auch Walter Stierli, den Gemeindeammann von Fischbach-Göslikon, mehr, als ihm lieb ist. Das Verhalten der Konzernzuständigen sei sehr enttäuschend.

Walter Stierli: «Die Gemeinderäte verlangten vom Stromkonzern eine saubere, neutrale Analyse über die Vor- und Nachteile der zwei Varianten Frei- und Erdverkabelung in unserer Region. Die geforderte neutrale Studie fehlt bis heute.» Für den Gemeinderat sei daher klar, dass er Einsprache mache, sobald die Axpo das Freileitungsprojekt im Gemeindehaus abliefere.

Hans Kneubühler, der Vizepräsident des Vereins VSLR, vermutet, dass das Projekt erst in einigen Monaten in den beiden Gemeindehäusern öffentlich aufliegen wird. «Nach unseren Informationen muss die Axpo auf Anweisung des Bundesamts für Energie eine alternative Freileitungsroute beim geschützten Fischbachermoos erarbeiten. Das wird einige Zeit dauern.» Dies ändere freilich nichts an der Stossrichtung «Erdverkabelung» seines Vereins.

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