Angereist mit Sattelschlepper

Die Teiletauschbörse am Internationalen Alt-Opel-Treffen in Wangen an der Aare zog Autoliebhaber von weit her an. Dabei waren «Tante Ruth» oder der Cabrio Olympia zwei von vielen Blickfängen.

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Altopel

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Solothurner Zeitung

Brigitte Meier

Nachgefragt «Dann kamen 330 Autos» Das Alt-Opel-Treffen ist zu Ende. War die Stimmung derart fantastisch wie das Wetter?Hubert Rohner: Es war eine tolle Atmosphäre. Die Autoliebhaber waren total unkompliziert. Bezüglich der Sicherheit hatten wir keinerlei Probleme - auch auf dem Campingplatz beim Schulhaus nicht. Fühlten sich die betroffenen Anwohner nicht wegen den vielen Campern belästigt? Rohner: Erst waren sie schon etwas skeptisch, ja. Aber am Ende hatten sie Freude an den 50 Campern. Sie besuchten sie und fachsimpelten mit ihnen. Der Verkauf für den Unterhaltungsabend war schleppend. Blieb das Festzelt auf der Allmend leer? Rohner: Nein, es war recht gut gefüllt. Zwischen 500 und 700 Besucher. Es kamen viele Einheimische, die Stimmung war bis in die frühen Morgenstunden toll. Das war auch unser Ziel. Wir erhielten durchwegs positive Rückmeldungen. Auch wegen des Verkehrs - war Wangen am Wochenende nicht verstopft?Rohner: Das war die grösste Schwierigkeit: Das Zeughausareal bot etwa Platz für 280 Autos. Es kamen aber 330. Daneben brauchten wir noch Platz für die Trailer der Besitzer und für die Besucherautos. Das normale Leben in Wangen wurde aber nicht stark beeinträchtigt. Es war ein Erlebnis, als die ersten Opel im Städtli einfuhren. Natürlich spielte da auch das hervorragende Wetter mit. Sie selber sind nicht aus der Autoszene. Hat sie nun der Alt-Opel-Virus infiziert?Rohner: Ich sehe die Fahrzeuge zwar gerne - wie sie gepflegt und gefahren werden. Aber zum Fan bin ich deshalb nicht geworden. Als Präsident des Vereins «Regio W» ist Hubert Rohner einer der Mitorganisatoren des 38. Internationalen Alt-Opel-Treffs in Wangen an der Aare. Interview: Julian Perrenoud

Nachgefragt «Dann kamen 330 Autos» Das Alt-Opel-Treffen ist zu Ende. War die Stimmung derart fantastisch wie das Wetter?Hubert Rohner: Es war eine tolle Atmosphäre. Die Autoliebhaber waren total unkompliziert. Bezüglich der Sicherheit hatten wir keinerlei Probleme - auch auf dem Campingplatz beim Schulhaus nicht. Fühlten sich die betroffenen Anwohner nicht wegen den vielen Campern belästigt? Rohner: Erst waren sie schon etwas skeptisch, ja. Aber am Ende hatten sie Freude an den 50 Campern. Sie besuchten sie und fachsimpelten mit ihnen. Der Verkauf für den Unterhaltungsabend war schleppend. Blieb das Festzelt auf der Allmend leer? Rohner: Nein, es war recht gut gefüllt. Zwischen 500 und 700 Besucher. Es kamen viele Einheimische, die Stimmung war bis in die frühen Morgenstunden toll. Das war auch unser Ziel. Wir erhielten durchwegs positive Rückmeldungen. Auch wegen des Verkehrs - war Wangen am Wochenende nicht verstopft?Rohner: Das war die grösste Schwierigkeit: Das Zeughausareal bot etwa Platz für 280 Autos. Es kamen aber 330. Daneben brauchten wir noch Platz für die Trailer der Besitzer und für die Besucherautos. Das normale Leben in Wangen wurde aber nicht stark beeinträchtigt. Es war ein Erlebnis, als die ersten Opel im Städtli einfuhren. Natürlich spielte da auch das hervorragende Wetter mit. Sie selber sind nicht aus der Autoszene. Hat sie nun der Alt-Opel-Virus infiziert?Rohner: Ich sehe die Fahrzeuge zwar gerne - wie sie gepflegt und gefahren werden. Aber zum Fan bin ich deshalb nicht geworden. Als Präsident des Vereins «Regio W» ist Hubert Rohner einer der Mitorganisatoren des 38. Internationalen Alt-Opel-Treffs in Wangen an der Aare. Interview: Julian Perrenoud

Solothurner Zeitung

Gemütlich sitzen Ingeborg und Werner Pirker und ihr Hund Janosch vor ihrem historischen Wohnmobil. «Ein Original 59er-Westfalia», sagt das österreichische Ehepaar und gewährt einen Blick in das Innere des kleinen Schmuckstücks. Sie sind aus der Steiermark angereist und loben den idyllisch gelegenen Campingplatz. Gezogen wird «Tante Ruth», wie sie den Wohnwagen nennen, von einem Opel Kapitän, ebenfalls Jahrgang 59. Im typischen US-Stil mit viel Chrom, Panoramascheiben und Heckflossen. «Und einem Faltschiebedach», ergänzt Ingeborg Pirker. Ihr gefällt Wangen an der Aare und sie will sich in einem Antiquitätengeschäft in der Altstadt nach «Melitta»-Tassen umsehen. «Die Landschaft ist ähnlich wie in Österreich. Nach dem Treffen hängen wir noch ein paar Ferientage an», sagen beide. An der Teiletauschbörse ist Werner Pirker fündig geworden: «Ich habe ein Original «Blinkerglasl» - das heisst einen kompletten Blinkgeber - gekriegt.»

Verchromte Radkappen und Stossstangen glänzen in der Sonne. Originalteile sind für die meisten Fans Ehrensache, aber auch Nachfertigungen finden Abnehmer. Auf Kühlerhauben, in Kofferräumen oder Campingtischen werden Ersatzteile und Zubehör aller Art angeboten. Vergilbte Magazine wie «Auto Motor Sport» liegen auf einem Tuch am Boden. Gleich daneben ein knallgelbes Handy mit Opel-Aufdruck.

Ein holländischer Händler verkauft seltene Modellautos. Ein winziges Exemplar wird von einem Interessenten sprichwörtlich unter die Lupe genommen: «Acht Euro? Ok, ich kaufe beide für 15 Euro.» Der Deal ist perfekt.

Friedlicher könnte die Stimmung nicht sein. Wer genug hat vom Tauschmarkt spaziert an der Aare und füttert die zutraulichen Schwäne, die sich auch von den Pontonieren nicht stören lassen. Als Alphornklänge ertönen und ein Fahnenschwinger ans Ufer hinzukommt, wenden sich die vielen Hobbyfotografen für einen Moment diesem Sujet zu.

Langsam kurven britische Vauxhall-Wagen auf das Gelände. OK-Mitglied Urs Vogel winkt den Corso auf reservierte Plätze. Der Garagier sagt, dass insgesamt neun Nationen vertreten seien und ein Teilnehmer gar aus Schweden komme. Viele der jungen Besucher sind fasziniert von den Oldtimern, während die Älteren in Erinnerungen schwelgen; beispielsweise, dass sie ihre Fahrprüfung mit einem Opel Rekord bestanden haben.

Erstmals seit Bellinzona vor 20 Jahren findet das Internationale Alt-Opel-Treffen wieder in der Schweiz statt. Clubmitglied Andi Stulz aus Bern war darüber so erfreut, dass er seine acht Autos gleich mit einem Sattelschlepper nach Wangen transportieren liess.

Volker Klose hat seinen viertürigen Opel Rekord vollständig restauriert. «Ich musste viel lernen. Allein die Bremsen habe ich dreimal zusammengebaut», sagt der Lastwagenschauffeur. Automechaniker Hansruedi Meier, der ihm mehrere Ersatzteile beschafft hat: «Am schwierigsten erhältlich sind die geschwungenen Zierstäbe oder ein Türgummi.» Seiner Frau Elisabeth gefällt die Farbkombination Royalblau und Alabasterweiss.

«Unser Cabrio Olympia hat Jahrgang 37 wie ich und erhielt seinen Namen wegen den Olympischen Sommerspielen in Berlin», sagt Hansruedi Meier. Den Kühlergrill seiner Limousine hat er mit Vorhangstangen nachgebaut. Weil der bordeauxrote Wagen in zehn Farbschichten nitrolackiert ist, muss er poliert werden. In Oldtimer-Kreisen heisst das: «Chauffeur gepflegt».

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