Alte Schmiede
Altes Handwerk soll weiterleben

Der Schmiedeverein Oberentfelden feiert am 19. und 20. Juni sein 10-Jahr-Jubiläum. Am Samstag um 11 Uhr können die Besucher miterleben, wie ein Pferd beschlagen wird.

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Altes Handwerk soll weiterleben

Altes Handwerk soll weiterleben

Carolin Frei

Auch sonst erwartet die Besucher der alten Schmiede ein spannendes Programm. Unter anderem kann man am Tag der offenen Tür mitverfolgen, wie im «hauseigenen» Lehm-Rennofen das Erz zu Eisen verhüttet wird. Und die Experten erklären Schritt für Schritt, wie es danach bearbeitet wird - um daraus Werkzeuge oder Kunstwerke zu fertigen. Alle, die möchten, können dieses alte Handwerk auch gleich selber ausprobieren und ein kleines Hufeisen kreieren.

Zudem können die verschiedenen Räumlichkeiten besichtigt werden, die eigentlichen Museumscharakter haben. Dort sind etwa alte Kerzenständer, Messer, Säbel, Nägel, Schlüssel und Schlösser und vieles mehr aus alten Zeiten ausgestellt. Ausserdem wartet eine kleine Bibliothek mit Büchern rund ums Thema Schmiedekunst auf die Besucher. Und zu guter Letzt wird die Geschichte der Schmiede anhand von Fotos und weiterem Anschauungsmaterial dokumentiert. Selbstverständlich wird auch für das leibliche Wohl - im Festzelt im Garten - gesorgt.

Wer glaubt, dass der Schmiedeverein nur männliche Mitglieder hat, der irrt. «Wir haben einige Frauen unter den rund 100 Vereinsmitgliedern», sagt Hans Meyer, einer der Gründungsmitglieder. Und so erstaunt denn nicht, dass man ab und zu an einem Freitag - dem eigentlichen Schmiedetag - auch eine Frau antrifft, die mit Feuer, Eisen und Hammer hantiert. Und bei Weitem haben nicht alle Mitglieder «einschlägige» handwerkliche Erfahrung, findet man doch alle möglichen Berufsgattungen, etwa auch einen Zahnarzt. Zur Entwarnung: Er stellt die Instrumente für seine Praxis nicht eigenhändig her.

Aber was genau schmieden die Mitglieder denn so? «Vor allem Werkzeuge wie Hammer, Zangen und Kerzenständer machen viele selber», sagt Hans Meyer. «Wir haben aber auch schon für den historischen Markt Armreifen, Messer und anderes mehr geschmiedet», sagt Roger Bachmann, der ebenfalls seit 10 Jahren zum Verein gehört. «Zudem habe ich auch schon Zierspitzen und Ziergitter produziert», betont er. Nebst der Auftragsarbeit, die hin und wieder an den Verein herangetragen wird. Es werden auch Schmiedekurse für Erwachsene angeboten. Für Kinder finden spezielle Vorführungen statt. Die Begeisterung bei den Kindern zu erleben, motiviere jedes Mal aufs Neue, unterstreichen die beiden ihre Leidenschaft.

Die Schmiede stammt aus dem Jahr 1842/43 und wurde bis 1997 «offiziell» betrieben. Dann stand sie drei Jahre leer, bis der Schmiedeverein Oberentfelden im Jahr 2000 die Räumlichkeiten mietete. «Es war nichts mehr drin, weder ein Ofen noch ein Löffelbohrer oder Werkzeuge», erinnert sich der pensionierte Hans Meyer. «Zum Glück bekamen wir das meiste geschenkt oder konnten es günstig in ausgedienten Schmieden erwerben.

Stolz sind wir auf den Löffelhammer, den wir in Deutschland auftreiben und gratis mitnehmen konnten. Allerdings war er in einem desolaten Zustand, sodass einige Stunden Arbeit nötig waren, um ihn wieder in Schwung zu bringen», sagt er.
Als dann 2001 ein Auto zwei tragende Säulen beim Eingang wegrammte und die Schmiede einzustürzen droh-
te, wurde von den damaligen Besitzern ein Abriss ins Auge gefasst. Der Schmiedeverein entschied sich daraufhin, die Schmiede zu kaufen und zu restau-rieren. Diese Arbeiten sind noch im Gange. Bis zum 10-Jahr-Jubiläum sollte jedoch einiges fertig gestellt sein.

Die Schmiede kann auf Anfrage besichtigt werden. Anmeldungen unter der Telefonnummer 062 824 36 40 oder unter www.schmiedeverein.ch

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