Alle können profitieren

Ab heute besitzt die Einwohnergemeinde Aeschi eine vollamtliche Verwaltung. Genau vor 28 Jahren hat Walter Sommer, der das 100-Prozent-Pensum übernimmt, hier als nebenamtlicher Gemeindeschreiber angefangen.

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Solothurner Zeitung

Agnes Portmann-Leupi

«Diese berufliche Veränderung ist für mich super», sagt Walter Sommer. «Die Zusatzbelastung als Gemeindeschreiber und der Schriftenkontrolle zu meinem 100-Prozent-Job in der Lobag AG hätte ich nicht mehr lange gemacht», ergänzt der 53-Jährige. Und obendrein könne er den Arbeitsweg nun per Velo zurücklegen. «Ausschlag für diese Neuerung gab die Pensionierung des Kassiers, Ernst Kaufmann, der diese Tätigkeit im Nebenamt 29 Jahre ausführte», sagt Gemeindepräsident Urs Müller. Aeschi sei eine der letzten Gemeinden mit über 1000 Einwohnern, die bis jetzt ohne Vollzeitstellen funktionierten.

Neu Schalterstunden

Profitieren würde aber hauptsächlich die Schriftenkontrolle. Bei 1000 Einwohnern hätten sich rund 100 Bewegungen jährlich ergeben und dies alles in den Privaträumen des Gemeindeschreibers. Walter Sommer ergänzt, dass seine Frau Beatrice während des Tages oder er am Abend beinahe täglich Personen empfing. «Vor allem diese fühlten sich bisweilen gehemmt, etwa wenn ich mit meiner Familie gerade beim Nachtessen sass», präzisiert er.

Das nigelnagelneue Büro - umstrukturiert für 30 000 Franken - mit öffentlichem Schalter ist nicht ohne Grund im Obergeschoss des Werkhofs und des Feuerwehrmagazins zu suchen. Hier befindet sich auch das Gemeindearchiv, das Gemeinderatszimmer und das Schulleitungsbüro. Zu Walter Sommers Aufgabengebiet gehören weiterhin die Arbeiten des Gemeindeschreibers und der Schriftenkontrolle.

Vielfältige Arbeit zu erledigen

Neu ist er auch für die Finanzen der Einwohnergemeinde und der Regionalschule äusseres Wasseramt verantwortlich. Zusätzlich betreut er den öffentlichen Schalter. «Dies alles in einem 100-Prozent-Pensum zu bewältigen, kann nur jemand fertigbringen, der die Sache kennt», spendet Urs Müller Vorschusslorbeeren. Das habe ihm auch die Erkundigung beim Einwohnergemeindeverband bestätigt. Geregelt werden müsse noch die Stellvertretung.

Walter Sommer ist gelernter Landwirt und Absolvent einer Handelsschule. Die vergangenen 27 Jahre arbeitete er in der Lobag AG in Ostermundigen als Leiter des Teams Milchmengenmanagement. Nach der Aufhebung der staatlich geregelten Kontingentierung wechselte «Mister Kontingent» zu 50 Prozent in die Buchhaltung.

Schalterstunden im Büro an der Schulhausstr. 8: Mo, Di und Do 10 bis 11.30 Uhr und 16 bis
17 Uhr, Do bis 18 Uhr.

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