Jugendliche

2091 Gewalttäter in der Schweiz sind Kinder und Jugendliche

2091 Gewalttäter in der Schweiz sind minderjährig. Jede fünfte Gewalttat wird von einem Kind oder Jugendlichen unter 18 Jahren begangen. Das zeigt die neue Kriminalitätstatistik des Bundesamts für Polizei (Fedpol).

Die Statistik zeigt: Die 16-jährigen Schläger, die in München einen Passanten spitalreif prügelten, sind kein Einzelfall. Die Daten sind alarmierend: Bei Mord und Totschlag ist jeder zehnte Täter minderjährig, 15 Prozent der Körperverletzungen werden in der Schweiz von Minderjährigen begangen, bei jedem dritten Raub sind die Täter minderjährig.

Die Zahl der Teenie-Täter, die wegen Körperverletzung angezeigt werden, stieg in zehn Jahren 760 auf 1150 - das ist eine Zunahme um 50 Prozent. Jetzt gerät das Schweizer Jugendstrafrecht unter Druck. «Für die Masse der Täter ist das Schweizer Jugendstrafrecht ausreichend, doch bei Extremtätern muss man sich ernsthaft fragen, ob es adäquat ist», sagte die Strafrechtsexpertin Brigitte Stump Wendt gegenüber "Sonntag": "Es ist zu diskutieren, ob man die Strafmasse für gewisse Jugendliche bei schweren Delikten erhöhen muss."

Die Zürcher SP-Nationalrätin Chantal Galladé verlangt eine Informationspflicht bei Vorstrafen von Jugendlichen: "Schulen und Lehrer sollen informiert werden, wenn Schüler wegen schweren Delikten vorbestraft sind", forderte Galladé im "Sonntag".

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