Monaco
Wird Charlene heute ihren Fürsten ehelichen?

Die Monegassen sind überzeugt, dass die 20 Jahre jüngere Charlene Wittstock heute Fürst Albert heiraten wird. Selbst Schwester Stephanie mischt sich ein.

Stefan Brändle, Monaco
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Die zwei Sessel mit Goldverzierung und Purpurbezug stehen im Thronsaal des Fürstenpalastes parat – in angemessenem Abstand voneinander. Das Blasorchester hat sich am Donnerstag zum letzten Mal abgestimmt, damit die Akkorde über den 300 Meter breiten «Felsen» – so der Übername Monacos – schmettern werden, wenn Prinz Albert II. und seine südafrikanische Verlobte Charlene Wittstock die Ringe getauscht haben. Heute findet die Ziviltrauung statt, morgen die kirchliche Hochzeit.

Falls das Jawort fällt. Und zwar doppelt, s’il vous plaît. Denn seit ein paar Tagen ist das gar nicht mehr so sicher. Das seriöse Pariser Wochenmagazin «L’Express» wiederholte gestern seine Meldung von Anfang Woche, Charlene habe die Hochzeit fast platzen lassen. Erst am Flughafen sei sie aufgehalten worden. Offenbar habe sie eine unangenehme Neuigkeit über das Vorleben Alberts erfahren. Ein drittes uneheliches Kind etwa, wie im Internet kolportiert wird?

«Dumme Gerüchte»

«Das sind dumme Gerüchte», meint eine in Weiss gekleidete Dame im Stadtzentrum, das mit den Flaggen Monacos und Südafrikas ausgehängt ist. «In Monaco zirkulieren ständig Gerüchte, das will nichts heissen.» Doch woher rühren sie diesmal? «Eifersüchteleien», meint die eingeborene Monegassin herablassend und rückt ihre fein ziselierte Brille zum Abschied zurecht.

Immerhin musste sich Albert am Dienstag mit Charlene demonstrativ bei den Proben für ein Musikspektakel zeigen. Beide lachten herzhaft in die Kameras. Am Samstag zuvor war die Braut an der Behinderten-Olympiade in Athen aufgetreten. Die bösen Zungen feixen, Charlene habe Maria Shriver getroffen, die – betrogene – Gattin von Arnold Schwarzenegger.

Zufall? «Ich bin angewidert von der Dumm- und Bosheit der Menschen, die schlecht über das Prinzenpaar reden», verteidigt Stephanie von Monaco ihren Bruder in einem stark arrangierten Interview mit dem französischen Fernsehsender TF1. «Wer will ihrer Liebe schaden? Die Heirat ist ein Teil der Geschichte Monacos, auch ein Teil seiner Zukunft. Es ist doch ein Märchen, es ist magisch!»

«Albert, was für ein Trampel!»

Hinter den vorgehaltenen Händen klingt es in Monaco allerdings anders. Die 27000 Einwohner ohne monegassischen Pass, oft Hotelangestellte, Kellnerinnen oder Putzfrauen, die gegenüber den 8000 «Eingeborenen» in der Mehrheit, aber ohne jedes Wahlrecht sind, fühlen sich den Grimaldis weniger verbunden. Ein italienischer Chauffeur meint, die Heirat werde sicherlich geschlossen und gefeiert. «Aber es war heiss», fügt er an. «Da war eine Menge Spannung drin.» Mehr weiss er aber auch nicht. Unter seinen Berufskollegen habe er aber am Morgen erstmals ein gegenteiliges Gerücht gehört: Charlene sei bereits schwanger.

Ein Hotelier im Stadtteil Beausoleil findet es plausibel, dass Charlene ausgerastet sei, weil sie von einem weiteren Kind ihres Bräutigams gehört habe. «Albert, quel coco!» (etwa: Albert, was für ein Trampel!), ruft der Franzose kopfschüttelnd. «Ein uneheliches Kind ginge ja noch. Aber gleich zwei oder drei?» Er ist noch nicht ganz sicher, dass am Freitag und Samstag alles in Minne verlaufen wird. Seine linke Hand wackelt mit gespreizten Fingern: «Warten wir mal ab.»

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