Kachelmann-Prozess: Nach zwei Minuten wars schon vorbei
Kachelmann-Prozess: Nach zwei Minuten wars schon vorbei

Unter grossem Medieninteresse hat heute vor dem Landgericht Mannheim der Vergewaltigungsprozess gegen den Fernsehmoderator Jörg Kachelmann begonnen. Nach zwei Minuten war der Spuk vorbei. Die Verhandlung wurde vertagt.

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Prozess Kachelmann im Auto

Prozess Kachelmann im Auto

Keystone

Kurz vor 9 Uhr fährt Kachelmann ein silberner BMW, gefahren von Kachelmanns neuer Anwältin Andrea Combé, in die Tiefgarage. Auf dem Rücksitz sitzt Kachelmann. Er verdeckt sein Gesicht.

Bereits Minuten zuvor war ein abgedunkelter Mercedes-Transporter vorgefahren. Darin versteckte sich der deutsche Komiker Oliver Pocher. Er hatte sich als Kachelmann verkleidet, das Fenster heruntergekurbelt und «Ich bin unschuldig» gerufen.

Kurz nach 9 Uhr betritt der Wettermoderator dann den Gerichtssaal. Kachelmann trägt einem dunklen Anzug, ein weisses Hemd und eine dazu passende Krawatte. Die Haare sind etwas kürzer als auch schon.

Vor dem Gericht zieht derweil Pocher seine Wettershow ab - zusammen mit neun «Lausemädels», wie sie Pocher nennt.

Eine neue Anwältin

Im Gerichtssaal wird um 9.15 die Verhandlung eröffnet. Gut zwei Minuten später ist der Prozess fürs erste schon vorbei. Der Richter hat den Prozess auf den kommenden Montag verschoben. Grund des Aufschubs: Die Anwälte Kachelmanns hatten am Morgen Befangenheitsanträge gegen zwei Richter der Kammer gestellt.

Kachelmann hat zum Prozessbeginn auch sein Verteidigerteam erweitert: Neben dem Kölner Rechtsanwalt Reinhard Birkenstock wird er nun auch von der Heidelberger Strafverteidigerin Andrea Combé vertreten.

Mutmassliches Opfer taucht auf

Auch das mutmassliche Opfer, eine Radiomoderatorin, erschien zum Prozessauftakt überraschend vor Gericht. Sie wird als Nebenklägerin gleichfalls von einem Anwalt vertreten

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 52-jährigen Schweizer vor, seine langjährige Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Er hat die Vorwürfe stets bestritten. Bei einer Verurteilung drohen Kachelmann bis zu 15 Jahre Haft. (rsn)

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