Laufenburg

«Ich will meinem Kunststil treu bleiben»

Neues Heim: Daniel Waldner auf einer von ihm geschaffenen Brunnenskulptur  vor seinem Haus in Kaisten. (Bild: sh)

Daniel Waldner

Neues Heim: Daniel Waldner auf einer von ihm geschaffenen Brunnenskulptur vor seinem Haus in Kaisten. (Bild: sh)

«Es ist kein easy Leben und man wird auch nicht ständig von der Muse geküsst», sagt Daniel Waldner über sein Wirken rund um die Kunst.

Susanne Hörth

15 Jahre lang hat Bildhauer Daniel Waldner in dem Haus an der Baslerstrasse in Laufenburg gelebt und in der dem Haus angegliederten Werkstatt gearbeitet. Seit etwas mehr als einem halben Jahr ist das Gebäude an der viel befahrenen Strasse verwaist. Aus der Werkstatt sind keine Arbeitsgeräusche mehr zu vernehmen. Dafür ging es während der letzten Monate in einem grossen, alten Bauernhaus neben der ehemaligen Mühle in Kaisten etwas lauter zu und her. Doch nicht Eisen und anderes Material formte sich hier unter den Händen von Waldner zu faszinierenden Objekten und Skulpturen. Vielmehr waren es bauliche Massnahmen am Gebäude selbst, die den Künstler auf Trab halten.

Zufall, Wunsch oder einfach der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung? Wahrscheinlich von allem etwas. Als Daniel Waldner erfuhr, dass das alte Bauernhaus neben seinem Elternhaus, der ehemaligen Mühle Kaisten, zum Verkauf steht, meldete er sein Interesse an.

Zeit für Veränderung

«Für mich war es Zeit für eine Veränderung», erklärt er seinen Wunsch nach einem neuen Wohn- und Schaffensort. Die Erbgemeinschaft der Kaister Liegenschaft zeigte sich spontan bereit, ihm das grosse, seit längerem leerstehende Gebäude zu verkaufen. Es dauerte dann aber doch noch gute zwei Monate, bis die Handänderung vorgenommen werden konnte. Dies, weil ein Teil des Grundstückes separat veräussert werden sollte. Ende November war es dann so weit. Waldner zog ein. Ein in ein sehr sanierungsbedürftiges Gebäude. Zeit, sich dem eigenen künstlerischen Schaffen zu widmen, gab es für Daniel Waldner seit dem Einzug keine mehr.

Neben seiner Arbeit als Betriebsleiter im Rehmann-Museum in Laufenburg begann Waldner Stück für Stück mit den Umbauarbeiten an seinem Wohn- und Ateliergebäude. Wenn auch noch viel zu tun ist, so herrscht mittlerweile in dem einstigen dunklen Hausinnern eine lichtdurchflutete, inspierende Athmosphäre.

1. Priorität die Kunst

Die Umbauarbeiten am Haus müssen nun ruhen. Die Ruhezeit bei seinen künstlerischen Arbeiten hingegen ist beendet. «Ich muss meine Ausstellungen vorbereiten. Neben den bereits vorhandenen Objekten möchte ich noch neue erschaffen», setzt der Künstler Prioritäten. Er hat die Chance, seine Werke ab 25. November an der Strassburger Kunstmesse «START» zu präsentieren. Diese Messe ist eine wichtige Plattform für Kunstschaffende, um ihre Werke und sich selbst über die Region bekannt zu machen. Bevor es aber für Waldner und seine beiden Mitaussteller Rolf Schröter und Günther Ueker nach Strassburg geht, werden die Werke des Kaisters in seiner neuen Wohngemeinde zu sehen sein. Und zwar nur wenige Meter von seinem Heim entfernt in der Galerie Mühle. Am Samstag, dem 29. August, lädt die Kulturkommission Mühle zur Vernissage dieser aussergewöhnlichen Ausstellung ein.

Seine «Lehrjahre» hat Daniel Waldner beim Bildhauer Mattioli in Zürich absolviert. Seit nunmehr 15 Jahren ist er ein enger Vertrauter, ein aktiver Mitarbeiter vom Laufenburger Bildhauer Erwin Rehmann. Nach dessen Anweisungen setzt Waldner verschiedenste künstlerische Aufgaben um. Darauf angesprochen, sagt der Kaister: «Im Vergleich zum eigenen Kunstschaffen ist es einfacher, für andere etwas auszuführen. Denn hier sind die Geschichten der Werke teilweise bereits geschrieben.»

Keine Gefälligkeitskunst

Wichtig für den 45-Jährigen ist es, sich selbst neben all den Aufträgen für andere, sich selbst nicht zu verlieren.

Neben Skulpturen mit dem klassischen Material Eisen lässt er auch verschiedenste Materialien zu surrealen Objekten verschmelzen. Diese ziehen ihre Betrachter unweigerlich in ihren Bann. Sie ziehen an, stossen ab, lassen niemanden unberührt. Und eben dadurch überzeugen sie. Kann auf Befehl und unter Zeitdruck Kunst entstehen. Dazu Waldner: «Ich kenne die Leere, wenn das eigene Schaffen nicht sofort zustande kommt. Dennoch bin ich nicht mehr unsicher wie vor ein paar Jahren, wenn es nicht gleich klappt.» Dass klappt, davon können sich die Besucher unter anderem an der Ausstellung in der Galerie «Mühle» Kaisten überzeugen.

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