USA

Ex-Präsidenten würdigen Bürgerrechtler John Lewis als Helden

Abschied eines "Helden Amerikas": Drei frühere US-Präsidenten haben den verstorbenen Bürgerrechtler und demokratischen Kongressabgeordneten John Lewis als einen der grossen Helden Amerikas gewürdigt.

Abschied eines "Helden Amerikas": Drei frühere US-Präsidenten haben den verstorbenen Bürgerrechtler und demokratischen Kongressabgeordneten John Lewis als einen der grossen Helden Amerikas gewürdigt.

Drei frühere US-Präsidenten haben den verstorbenen Bürgerrechtler und demokratischen Kongressabgeordneten John Lewis als einen der grossen Helden Amerikas gewürdigt. Lewis sei im Kampf gegen Ungleichheit und Rassismus von «unverwüstlicher Beharrlichkeit» gewesen.

Das sagte Ex-Präsident Barack Obama am Donnerstag. Trotz aller Herausforderungen sei Lewis stets zuversichtlich geblieben und habe sich für Fortschritt und gleiche Rechte eingesetzt. Obama, der bislang einzige schwarze US-Präsident, sagte, er und viele Amerikaner stünden für immer in Lewis' Schuld. Lewis sei einer der "Gründerväter" eines besseren und gerechteren Amerikas, sagte Obama.

Der republikanische Ex-Präsident George W. Bush sagte: "Wir leben heute wegen John Lewis in einem besseren Land." Lewis habe allen Menschen beigebracht, "Hass und Angst mit Liebe und Hoffnung" zu beantworten, sagte Bush bei der Trauerfeier für Lewis in einer Baptistenkirche in Atlanta im Bundesstaat Georgia.

Bush fügte hinzu, er sei politisch nicht immer einer Meinung mit dem Demokraten gewesen, aber genau das mache die Grösse Amerikas aus, für die Lewis gekämpft habe. Der frühere Präsident Bill Clinton wiederum sagte, er habe mit Lewis' Tod einen wahren Freund verloren. Lewis habe den Menschen gezeigt, dass man im Kampf gegen Ungerechtigkeit nie aufgeben dürfe, sagte der Demokrat. "Was auch immer passierte, John Lewis marschierte weiter", sagte Clinton.

Lewis war am 17. Juli im Alter von 80 Jahren infolge einer Krebserkrankung gestorben. Er hatte sich bereits als junger Mann an der Seite von Martin Luther King für das Wahlrecht, Gleichheit und gegen Rassismus eingesetzt. Er wurde in seinem Leben mehrere Male von Polizisten oder wütenden Weissen verprügelt und wurde Dutzende Male bei Protesten festgenommen. Auch in seinen mehr als 30 Jahren als Abgeordneter setzte sich Lewis ab 1987 für Freiheitsrechte, Armutsbekämpfung und Gleichheit ein. Er war stets stolz darauf, "guten Ärger" zu machen, wenn es darum ging, gegen Ungerechtigkeit und Rassismus zu protestieren.

Neben den drei Ex-Präsidenten sprachen während des Gottesdienstes auch die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sowie Weggefährten, Freunde und Mitarbeiter von Lewis. US-Präsident Donald Trump nahm nicht an der Feier teil. Lewis hatte den Republikaner häufig und teils bissig kritisiert.

Und Lewis meldete sich auch nach seinem Tod erneut zu Wort: Auf seinen Wunsch hin wurde in der "New York Times" am Tag seiner Beerdigung ein von ihm geschriebener Meinungsbeitrag veröffentlicht. Darin forderte er die Menschen auf, weiter gegen Ungerechtigkeit zu protestieren und zur Wahl zu gehen. Das Wahlrecht sei das mächtigste gewaltfreie Mittel, sich in einer Demokratie für Veränderungen einzusetzen, schrieb er.

Zur Wahl zu gehen sei der Schlüssel zum Fortschritt im Land, argumentierte er in dem rund drei Monate vor der Präsidentenwahl am 3. November veröffentlicht Appell. Lewis schrieb, die jüngsten Proteste gegen Rassismus in den USA nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz hätten ihn tief bewegt. Er forderte die Menschen auf, Ungerechtigkeiten nie hinzunehmen, sondern dagegen zu protestieren. "Obwohl ich wahrscheinlich nicht mit Ihnen dort bin, fordere ich Sie auf, dem dringendsten Ruf Ihres Herzens zu folgen und für das aufzustehen, was Sie wirklich glauben", schrieb Lewis. Er habe in seinem Leben alles für den Kampf gegen Ungerechtigkeit und Hass gegeben. "Jetzt sind Sie dran, die Freiheit hochzuhalten."

Zuvor war Lewis' Leichnam diese Woche auch im US-Kongress öffentlich aufgebahrt gewesen - eine Ehre, die in der US-Geschichte bislang nur wenigen Dutzend Amerikanern zuteil geworden ist.

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