Nepal

Alpinist Ueli Steck von Sherpas verprügelt und mit Tod bedroht

Kletterer Ueli Steck hat für die Mission Mount Everest zehn Kilogramm zugenommen (Archiv)

Kletterer Ueli Steck hat für die Mission Mount Everest zehn Kilogramm zugenommen (Archiv)

Am Mount Everest attackieren Sherpas drei europäische Star-Bergsteiger und verprügeln diese. Der Berner Oberländer Ueli Steck wird dabei im Gesicht verletzt und blutet stark. Er bricht die Expedition ab.

Die Luft ist dünn auf 7200 Meter im nepalesischen Hochgebirge. Das macht offenbar aggressiv, wie die drei Star-Alpinisten Ueli Steck, der Italiener Simone Moro und der Engländer Jonathan Griffith am vergangenen Samstag erleben mussten. Das Trio wollte gemäss der Internetseite montagna.tv von Camp 2 aufbrechen, um zum 300 Meter höher gelegenen Zelt auf 7500 Meter hoch zu gehen. Dabei mussten sie über Seile klettern, die eine Gruppe von Sherpas gerade fixieren wollen. Sie bemühten sich, die arbeitenden Sherpas möglichst nicht zu behindern.

Als Streck über das Seil steigt, entdeckt ihn der Chef der nepalesischen Expedtitionsbegleiter. Was er sieht, macht ihn so wütend, dass er sich zum Schweizer abseilt und schimpfend mit der Spitzhacke ins Eis haut. Als Simone Moro auf die beiden zugeht, haut im ein weiterer Sherpa die Spitzhacke in den Rucksack.

Der Sherpa ist so wütend, dass er die Tour abbricht und alle runter ins Camp 2 schickt. Dort hätten sie 100 weitere Expeditionshelfer erwartet. Sie prügeln auf die drei Bergsteiger ein und bewerfen sie mit Steinen. Einer trifft Ueli Steck mitten im Gesicht. Seine Lippen platzen. Er blutet stark. Gemäss Moro hätte einer der Sherpas gedroht: «Wenn ihr das Camp nicht sofort verlässt, stirbt einer von Euch.»

Quelle: youtube/EpicTVadventure

Simone Moro & Ueli Steck - Everest Without Oxygen 2013 - Base Camp

Erst nach rund einer Stunde beruhigt sich die Situation. Simone Moro sagt, sein Ziel sei weiterhin, den Mount Everest zu besteigen. Steck bricht die Expedition ab. Er wartet in Katmandu, der Hauptstadt Nepals, auf den nächsten Flieger, um in die Schweiz zurückzureisen.

Der Chef des Sherpa-Teams, das sich mit den drei Bergsteigern gestritten hat, behauptet später gegenüber den Polizeibehörden, die Europäer hätten sie mit Steinen beworfen. Das halten offenbar andere Sherpas für nicht glaubwürdig. «Ein Angriff auf unsere Gäste schadet dem Ansehen des ganzen Landes», wettert ein bekannter Sherpa.

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