Damit haben die gut 4000 Passagiere der «Norwegian Breakaway» nicht gerechnet, als sie eine luxuriöse Silvesterreise an Bord des 400 Millionen Dollar teuren Kreuzfahrtschiffs gebucht hatten. Denn auf dem Rückweg von den Bahamas nach New York bekamen die Ferienreisenden die volle Wucht des Wintersturms «Grayson» zu spüren.    

Der letzte Tag vor dem Sturm habe noch sehr schön begonnen, wie travelnews.ch, das Newsportal für Reisen und Tourismus, auf seiner Webseite schreibt. Die Passagiere unternahmen einen Landausflug, als sie wegen einer Schlechtwetterwarnung kurz vor Mittag plötzlich auf das Schiff zurückbeordert wurden. Bereits die Rückfahrt auf dem Beiboot zur «Norwegian Breakaway» beschrieb ein Passagier als «Achterbahnfahrt».

Die «Norwegian Breakaway» im Hafen von Seattle, Washington.

Die «Norwegian Breakaway» im Hafen von Seattle, Washington.

Eingeschüchterte und seekranke Passagiere

Obwohl der Sturm durch Meteorologen bereits vor Tagen angekündigt wurde, stach das Kreuzfahrtschiff in See. Kaum abgelegt, verschärfte sich der Sturm immer mehr. Hurrikanartige Winde fegten über die Decks des Luxuskreuzers und liessen die Wellen meterhoch auftürmen. Youtuber «RedCurtainEnt» hat die ungemütliche Fahrt in einem eindrücklichen Video festgehalten (siehe oben).

Die Aufnahmen zeigen nicht nur das schwankende Schiff, sondern auch viele eingeschüchterte und seekranke Passagiere. Wasser tritt durch Schiebetüren und Aufzüge ins Schiff ein und tropft von den Decken und Treppen. Crew-Mitglieder versuchen vergeblich, die durchnässten Flure mit Wasserschiebern und Handtüchern zu trocknen.   

Wut über Reederei entlädt sich auf Social Media

Auf Social Media machten die Passagiere ihrem Ärger Luft und gingen mit der Reederei des Schiffs hart ins Gericht. Einige schreiben, sie seien wegen der Fahrt regelrecht traumatisiert und hätten nicht gewusst, ob sie diese Nacht überhaupt überleben würden. Ausserdem habe der Kapitän des Schiffs nicht umfassend über die Lage informiert.

Trotz des Sturms konnte die «Norwegian Breakaway» schliesslich in New York anlegen. Die Reederei entschuldigte sich in einem ersten Statement bei den Gästen lediglich wegen der verspäteten Ankunft. Erst in einem zweiten Statement entschuldigte sich die Reederei auch bei den Passagieren, die während des Sturms an Bord waren: Der Sturm sei schlimmer gewesen als erwartet. Der Kapitän habe die Geschwindigkeit und die Route umgehend angepasst, um die Sicherheit von Passagieren und Crew zu gewährleisten. (luk)