Studie

Alkohol, Kokain, Geldspiel: So süchtig ist die Schweiz – in 12 Grafiken

«Sucht Schweiz» präsentiert jährlich Trends und Probleme im Bereich Sucht – von Internetsucht bis zu harten Drogen.

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Alkohol: Konsum nimmt ab, «Rauschtrinken»nimmt zu

Beim jährlichen Pro-Kopf-Konsum, basierend auf Verkaufszahlen, zeigt sich in den letzten 20 Jahren eine stetige Abnahme, schreibt «Sucht Schweiz». Dieser Konsum betrug im Jahr 2018 7.7 Liter reiner Alkohol.

Auch der tägliche Alkoholkonsum ist bei Männern und Frauen in den letzten zehn Jahren rückläufig. Auffallend seien die hohen Raten bei Menschen im Rentenalter. So trinken 41% der über 75-jährigen Männer täglich Alkohol. Der Anteil der Personen, die täglich konsumieren, steigt mit dem Alter an, zeigt die Untersuchung.

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Trotz der insgesamt rückläufigen Zahlen zeigt man sich bei der Organisation besorgt, dies insbesondere wegen eines Anstiegs beim sogenannten «Rauschtrinken». In diese Kategorie fällt, wer als Mann fünf, als Frau vier Gläser bei einer Gelegenheit trinkt, und dies mindestens einmal pro Monat. «Dieser Anstieg ist in fast allen Altersklassen zu beobachten, besonders jedoch bei jungen Frauen (15–24 Jahre), wo der Anteil von 12% (2007) auf 24% (2017) steigt.»

Tabak: Weniger Raucher, aber mehr Nikotinprodukte

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Rund 19% rauchen täglich, was «einem leichten, aber nicht signifikativen Rückgang um 1.3% seit 2012» entspräche, heisst es in der Studie. Die Detailzahlen zu den Produkten werden erst im Sommer 2020 veröffentlicht.

Während die Raucherquote 2017 bei gut einem Viertel der Bevölkerung verharrte, kommen mit der Freigabe von Snus und nikotinhaltigen Flüssigkeiten ständig neue Nikotinprodukte hinzu, die auch bei Jugendlichen beliebt sind.

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Kokain: Rekord bei Beschlagnahmungen

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Der letzte Weltdrogenbericht weist bei der Produktion von Kokain in Südamerika mit knapp 2000 Tonnen pro Jahr einen Rekordwert aus. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) stellt eine Verdoppelung der beschlagnahmten Men-gen in Europa sowie eine grössere Reinheit beim gehandelten Kokain ohne Preisanstieg fest. Ähnliche Trends sowie Rekordzahlen bei den Beschlagnahmungen wurden kürzlich auch in der Schweiz festgestellt, schreibt «Sucht Schweiz».

Eine Auswirkung dieses Phänomens besteht darin, dass jene Personen, die sich wegen einem Drogenproblem bei der Notfallaufnahme von 26 europäischen Spitälern des Sentinella-Monitoringsystems melden, als konsumierte Droge am häufigsten Kokain nennen. In Grossbritannien hat sich die Zahl der kokainbedingten Todesfälle in den letzten Jahren verdoppelt. In der Schweiz lässt sich insbesondere ein Anstieg bei den kokainbedingten Behandlungsnachfragen und Verzeigungen feststellen.

Spielsucht: Rund drei Prozent spielen risikoreich um Geld

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2,8% der befragten Personen zeigen im Jahr 2017 ein risikoreiches; 0,2% ein pathologi-sches Spielverhalten. So das Ergebnis einer von der Eidgenössischen Spielbankenkom-mission (ESBK) und der interkantonalen Lotterie- und Wettkommission (Comlot) gemeinsam in Auftrag gegebenen Studie, die auf Daten der jüngsten Schweizerischen Ge-sundheitsbefragung beruht. Die am häufigsten gespielten Spiele waren die Schweizer Lot-terien (48,2%), gefolgt von anderen Glücksspielen wie Tombola oder privaten Spielen (14,3%). Im internationalen Vergleich entsprechen diese Zahlen in etwa den Prävalenz-werten anderer Länder.

Die Risikobereitschaft sei bei Jüngeren und Einkommensschwachen am höchsten, heisst es weiter. Online-Lotterien und Rubbellose sind unter den Spielenden in der Schweiz am meisten verbreitet (rund 85%). Weiter spielen knapp 20% Sportwetten, gefolgt von Casinospielen, dem Pokern, Finanz- und eSport-Wetten. Ein besonders hohes Risikoverhalten zeigt sich bei Sportwetten und Casinospielen.

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