jaisli Sonnenenergie
«Sonnenenergie ist für uns ein zentrales Thema»

Rolf Weber ist Geschäftsführer des Elektroinstallations-unternehmens Jaisli-Xamax AG. Der gelernte Elektromonteur hat, trotz seines Engagements in der Unternehmensleitung, die Passion für die Berufe in der Elektrobranche nie verloren.

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Rolf Weber, Jaisli-Xamax AG

Rolf Weber, Jaisli-Xamax AG

Jaisli-Xamax AG

Rolf Weber, welche Energie spielt für Sie zurzeit die wichtigste Rolle?
Die Sonnenenergie ist für uns ein zentrales Thema. Wir haben eigens eine Abteilung für Photovoltaik geschaffen, denn wir glauben an diese Technologie. Dennoch bin ich enttäuscht, wie wenige Solaranlagen zurzeit auf Schweizerdächern installiert sind. Der schrittweise Atomausstieg ist beschlossene Sache. Anstatt jetzt aber die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Strominfrastruktur zu schaffen, plant der Bund neue Gaskraftwerke. Studien zeigen, dass von den erneuerbaren Technologien die Photovoltaik die Einzige ist, deren Potenzial in der Lage ist, Strom in der gewünschten Menge zu produzieren. In den Medien findet sich, anstatt fundierter Informationen über diese neue Technik, vor allem das politische Hickhack wieder. Dabei hat für mich die Stromerzeugung nichts mit politischen Überzeugungen zu tun. Effizienz, Nachhaltigkeit sowie langfristige Investitionen stehen im Vordergrund. Vielleicht lässt sich diese in der Schweiz nicht so gut realisieren. Nein, im Gegenteil. In der Schweiz gibt es genug Möglichkeiten, Photovoltaik- Anlagen zu betreiben. Im Übrigen ist die Technik in diesem Bereich nicht überaus kompliziert. Unsere Firma liefert und installiert eine komplette Anlage für ein Einfamilienhaus bereits ab 20 000 Franken. Im Unterschied zu anderen grünen Energiequellen ist die zur Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf sowie Entsorgung einer Photovoltaik- Anlage benötigte Energie - auch graue Energie genannt - bereits nach drei Jahren amortisiert. Unser nördlicher Nachbar zeigt übrigens, dass durch gezielte Förderung Solaranlagen für eine breite Kundschaft interessant gemacht werden können. Auf einer Fahrt durch die Ortschaften in Süddeutschland fallen die vielen Photovoltaik-Anlagen auf Hausdächern auf.
Wo liegt das Problem in der Schweiz?
Jeder Kanton, ja fast jede Gemeinde, pflegt eine andere Bewilligungspraxis. Eine Solaranlage kann beim KEV (Kostendenkende Einspeisevergütung) angemeldet werden. Diese Bundesinstitution wurde geschaffen, um den Bau von Energiequellen aus erneuerbaren Energien zu fördern. Zurzeit sind dort knapp 14 000 Gesuche hängig und die Bewilligungsfrist dauert bis zu 36 Monaten. In Bezug auf den Förderungsgedanken sind die langen Wartezeiten unverständlich. Auch bei den Subventionen solcher Anlagen gibt es grosse Unterschiede. Der Standort einer Photovoltaik-Anlage darf meiner Ansicht nach nicht die Entscheidungsbasis für Subventionen sein. Unsere Firma kümmert sich beim Offerieren um technische wie auch formelle Belange und holt die erforderlichen Bewilligungen ein. Dietikon ist in dieser Beziehung übrigens vorbildlich. Die Stadt bietet für erneuerbare Energie ein Förderprogramm an.

Von 10 auf 300 Mitarbeiter gewachsen

1968 gründete Ruedi Jaisli die R. Jaisli & Co. 1987 folgte die Übernahme des Schaltanlagenbereiches der Xamax AG. Daraus resultiert der heutige Name des Unternehmens - Jaisli-Xamax AG. 1995 fand das Unternehmen in Zürich-Höngg ein neues Domizil. Im Oktober 2002 traten Ruedi und Sinette Jaisli in den Ruhestand und verkauften ihre Firma nach 34 Jahren an die drei heutigen Partner. Rolf Weber, René Weidinger und Kosta Vellidis ergänzten das Unternehmen, welches zum Zeitpunkt der Übernahme ganz auf den Schaltanlagenbau fokussiert war, wieder mit dem Installationsbereich. Es folgte eine schnelle Expansion. Auf den Umsatz bezogen, wuchs die Jaisli-Xamax AG jährlich durchschnittlich um eine zweistellige Prozentzahl. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich die Mitarbeiterzahl von anfangs 10 auf über 300. Durch dieses stetige Wachstum boten auch die Räumlichkeiten in Zürich-Höngg nicht mehr genügend Platz, sodass 2008 der Umzug nach Dietikon erfolgte. 2010 expandierte das Unternehmen ein erstes Mal und schuf mit einer Zweigniederlassung in Basel einen zweiten Standort. Im Juli 2012 folgt mit der Eröffnung der Zweigniederlassung Bern eine weitere Erschliessung des deutschsprachigen Raumes.

Eine Investition in die Solartechnik erfordert also zurzeit noch viel Idealismus. Braucht es den auch beim Führen einer Firma wie die Jaisli-Xamax AG?
Kundenservice, Fachkompetenz und Nachhaltigkeit liegen mir sehr am Herzen. Mein Ziel ist es zum Beispiel, unsere Fahrzeugflotte dereinst mit E-Mobilen auszustatten. Weiter möchte ich die Photovoltaik weiter fördern.
Wo setzen Sie Ihre Energie neben der Arbeit noch ein?
Viel Energie investiert unser Unternehmen in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden. Wir legen grossen Wert auf deren Fachkenntnisse, denn ohne fundiertes Wissen unserer Berufsleute funktioniert in der Elektrobranche nichts. Darum bietet die Jaisli-Xamax AG viele Lehrstellen an und hat zum diesjährigen Lehrbeginn 29 Lernende eingestellt. Berufsleute in der Elektrobranche haben vielfältige Karrierechancen und attraktive Saläre. Neu streben wir ein firmeneigenes Zertifikat an, welches die fachlichen Qualitäten der Mitarbeitenden und ihr Engagement für die Firma attestiert. tp

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