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So sehen die Lern- und Lehrräume der Zukunft aus

Die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW eruiert neue Lern- und Lehrformen. Für mehr Teamwork, Projektarbeiten und kombinierte Präsenz-/Online-Seminare müssen räumliche und technische Voraussetzungen erfüllt sein.

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Der Multimedia-Experimentierraum eignet sich für hybride Lehrveranstaltungen und interaktive Lern- und Diskussionsformen. Ein Teil der Teilnehmenden ist vor Ort, der andere nimmt via Videokonferenz teil.

Der Multimedia-Experimentierraum eignet sich für hybride Lehrveranstaltungen und interaktive Lern- und Diskussionsformen. Ein Teil der Teilnehmenden ist vor Ort, der andere nimmt via Videokonferenz teil.

Bild: gataric-fotografie/FHNW

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Der 2013 eröffnete Campus Brugg-Windisch der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW ist ein moderner Gebäudekomplex. Trotzdem werden die Räumlichkeiten laufend den neuen Bedürfnissen angepasst. In den letzten zwei Jahren hat die FHNW an drei Standorten insgesamt sieben neue Lernräume entwickelt. Ein Projektteam unter der Leitung des Vizepräsidiums Hochschulentwicklung wirft mit dem Projekt FHNW Learning Spaces einen Blick in die Zukunft der Lern- und Lehrformen.

In einem der drei neuen Räume am FHNW Campus Brugg-Windisch hängt zwar nach wie vor eine Wandtafel, aber sonst erinnert wenig an einen klassischen Seminarraum. Das Augenmerk fällt sofort auf das digitale Flipchart, die Webcam sowie den grossen Flachbildschirm und ein paar verstreute farbige Stühle auf Rollen mit Schreibtablar. «Dieses Setting ist hervorragend geeignet für hybride Unterrichts-, Lern- und Diskussionsformen», sagt Bernd Eichinger, Leiter Hochschulentwicklungsprojekte an der FHNW. Hybrid bedeutet, dass ein Teil der Studierenden im Raum sitzt und der andere zum Beispiel zuhause am Computer. Die Online-Teilnehmenden werden per Videokonferenz zugeschaltet und sind auf dem Flachbildschirm zu sehen. Dieser ist mit einem Kameraauge ausgestattet, das der dozierenden Person automatisch folgt, wenn sich diese im Raum bewegt. Hochwertige Mikrofone sorgen dafür, dass der Ton aus dem Raum deutlich übertragen wird und vor Ort niemand ein Headset tragen muss.

Nicht nur arbeiten, sondern auch ausprobieren

Ein digitales Flipchart kann in die Videoübertragung eingebunden werden, eine hochauflösende Webcam erlaubt die Aufnahme und das Streaming von Lehrveranstaltungen. Die passenden Bedienungsanleitungen lassen sich per QR-Code herunterladen. Multimedia-Experimentierraum nennt die FHNW diesen flexiblen Seminarraum, in dem die Stühle auch ganz traditionell in Reih und Glied angeordnet werden können. Wie der Name sagt, sollen Dozierende und Studierende hier nicht nur arbeiten, sondern auch ausprobieren können. «Hier können wir Dozierende ideal beraten», berichten Irina Terribilini und Giovanni Casonati, IT-Fachpersonen an der Pädagogischen Hochschule FHNW, von ihren Erfahrungen mit dem Raum. «Solche Räume sollen dereinst auch an weiteren FHNW-Standorten eingerichtet werden», kündigt Bernd Eichinger an. Am FHNW Campus Muttenz ist ein Raum in Entwicklung, in dem mehrere Touchscreens eine ganze Videowand bilden und auch Virtual-Reality-Brillen zur Verfügung stehen.

In einem weiteren Raum gibt es kein einziges unverrückbares Möbelstück, kein vorn und hinten: Touchscreen-Monitor, digitale Wandtafel, Stehpulte, Sitzgelegenheiten – alles mobil auf Rädern. Hier finden Workshops mit bis zu 20 Teilnehmenden statt. Diese gestalten den Raum so, dass sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen und optimal zusammenarbeiten können. Der dritte Learning Space erinnert am stärksten an herkömmlichen Frontalunterricht – mit dem Unterschied, dass Dozierende ihre Vorlesung aufzeichnen und den abwesenden Studierenden zum Nachschauen online zugänglich machen können. Die Kamera ist neben dem Beamer an der Zimmerdecke fix installiert.

Wie in der Arbeitswelt, so auch in der Bildung

«In der Arbeitswelt werden immer mehr digitale Tools eingesetzt, und Teamwork sowie Projektarbeit ist zunehmend gefragt», sagt Bernd Eichinger, «deshalb sollten auch Bildungsinstitutionen diese Technologien und Zusammenarbeitsformen erproben um herausfinden, was didaktisch sinnvoll und lernfördernd ist.» Die Piloträume an der FHNW sind nach den neusten Erkenntnissen ausgestattet, die sich Eichinger und seine Mitarbeitenden bei Besuchen anderer Hochschulen und Unternehmen im In- und Ausland aneigneten. Neben den Räumen wurde auch ein frei zugänglicher Bereich mit studentischen Arbeitsplätzen so umgebaut, dass sich Gruppen- und Projektarbeiten einfacher bewerkstelligen lassen.

Gegenwärtig sind an der FHNW wegen des Coronavirus praktisch keine Studierenden und Dozierenden anzutreffen. Die Learning Spaces, die vor den pandemiebedingten Einschränkungen geplant und eingerichtet wurden, sind auf Mischformen und nicht primär auf reine Online-Lehrveranstaltungen ausgerichtet, wie sie aktuell an der Tagesordnung sind. Doch die FHNW hat auch im Netz kurzfristig aufgerüstet: In einer 3D-Pilotumgebung tauschen sich Dozierende und Studierende als Avatare miteinander aus.

Thomas Röthlin

Dr. Bernd Eichinger, Leiter Hochschulentwicklungsprojekte an der FHNW

Dr. Bernd Eichinger, Leiter Hochschulentwicklungsprojekte an der FHNW

Zur Verfügung gestellt

«In dem Raum führe ich regelmässige hybride Projektsitzungen durch. Ich kann diese im Stehen moderieren und habe dadurch mehr Bewegungsfreiheit. Auf dem Bildschirm sehe ich grosse Bilder der online Teilnehmenden – dies vereinfacht eine Interaktion wesentlich. Die automatische Kamera und die sehr guten Mikrofone lassen es zu, dass auch die Teilnehmenden vor Ort gut mit den anderen kommunizieren können. Das elektronische Flipchart setze ich als Tafel ein. Somit sehen allen das Gleiche. Die Ergebnisse kann ich einfach elektronisch speichern und allen per Mail zu Verfügung stellen. So macht hybrides Arbeiten wirklich Spass!»

Im Workshop-Raum gibt es kein einziges unverrückbares Möbelstück, kein vorn und hinten: Touchscreen-Monitor, digitale Wandtafel, Stehtische, Sitzgelegenheiten – alles mobil auf Rädern und somit innert kurzer Zeit umgebaut.
5 Bilder
Der Lecture-Recording-Raum sieht aus wie ein normaler Seminarraum. Das Spezielle: Neben dem Beamer an der Decke zeichnet eine Kamera den Dozierenden und seine Präsentation auf. Die Vorlesung kann nachträglich online angeschaut werden.
Mit solchen Holzboxen bauen sich die Studierenden in frei zugänglichen Studierenden-Arbeitsplätzen am FHNW Campus Brugg-Windisch ihre Tische und Stühle – und somit ihre Lernumgebung – selbst. Gruppen- und Projektarbeiten sollen sich so einfacher und individueller bewerkstelligen lassen.
Pilotversuch an der Hochschule für Wirtschaft FHNW: Im Betriebsökonomie-Studium soll damit die Fallstudiendidaktik unterstützt werden. Die Stühle auf Rollen mit integriertem Schreibtablar lassen wechselnde interaktive Lehr-/Lernsettings zu.
Im Rahmen des Pilotprojekts «Kollaborative 3D-Umgebung» können Studierende, Weiterbildungsteilnehmende und in der Lehre und Weiterbildung tätige Personen in eine webbasierte Welt eintauchen und eine neue Form des interaktiven Zusammentreffens, gemeinsamen Arbeitens sowie Lernens und Lehrens ausprobieren.

Im Workshop-Raum gibt es kein einziges unverrückbares Möbelstück, kein vorn und hinten: Touchscreen-Monitor, digitale Wandtafel, Stehtische, Sitzgelegenheiten – alles mobil auf Rädern und somit innert kurzer Zeit umgebaut.

Zur Verfügung gestellt