Jaisli
«Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Lehre sind bei uns gegeben»

Das Elektrounternehmen Jaisli-Xamax AG nimmt das Thema Bildung ernst und setzt auf Qualität und Nachhaltigkeit. Diese Kriterien stellt der Limmattaler Betrieb auch in den Bereichen Weiterbildung und Karriereförderung in den Vordergrund.

KEES VAN ELST
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Viel Frauen-Power:

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Davon profitieren sowohl Schulabgänger, wenn sie eine der vier Berufe erlernen, die das Unternehmen anbietet als auch Berufsleute, die Karriere machen wollen. Und «last but not least» zählt die Firma selbst zu den Gewinnerinnen, weil ihr durch das ausgefeilte Ausbildungs- und Förderungskonzept qualifizierte Mitarbeitende zur Verfügung stehen. Rund 90 Lernende zählt das Unternehmen im Sommer 2012. Darunter befinden sich angehende Montage-Elektriker, Elektroinstallateure, Automatik-Monteure und Kaufleute. Noch wenig vertreten sind Frauen in den technischen Berufen, obwohl sie bei der Jaisli-Xamax AG beste Chancen haben, eine Lehre zu absolvieren. «Die Arbeit in den Elektro-Berufen ist körperlich nicht mehr so streng wie früher, dafür sorgen besseres Material und technische Hilfsmittel. Die Berufe sind für Frauen gut geeignet», sagt Claudio Fitzi, verantwortlicher Berufsbildner bei der Jaisli-Xamax AG. Momentan gibt es im Team der Lernenden eine Elektroinstallateurin im 3. Lehrjahr und eine Automatikmonteurin im 1. Lehrjahr.

Claudio Fitzi ist froh darüber, dass die Firma Zeit und Geld in die Grundbildung investiert. «Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Lehre sind bei uns zu hundert Prozent gegeben», sagt er. Dafür sorgen interne Einrichtungen wie zum Beispiel der «Lehrlings-Campus», eine volleingerichtete Lehrwerkstatt samt Theorieraum, der den Lernenden während der Ausbildung zur Verfügung steht. Auf das Qualifikationsverfahren QV und aufs Berufsleben werden die Auszubildenden gezielt vorbereitet. Das QV spielen sie vorgängig 1:1 durch, so dass niemand unvorbereitet an die Prüfung geht. Claudio Fitzi definiert das Unternehmensziel in der Berufsbildung wie folgt: «Wir wollen jeden erfolgreichen Lernenden nach der Ausbildung bei uns anstellen und ihm die Chance geben, Berufserfahrung zu sammeln.»
Die solide interne Ausbildung spielt auch für den Finanz- und Personalchef bei der Jaisli-Xamax AG, Markus Schmid, eine sehr wichtige Rolle. Als Personalverantwortlicher schafft er schon früh einen Anreiz, damit Lernende auch nach der Ausbildung für die Firma weiterarbeiten: «Wir offerieren ihnen noch vor der Lehrabschlussprüfung einen provisorischen Arbeitsvertrag. Das motiviert sie für die Prüfung und gibt ihnen Sicherheit.» Uneigennützig ist dieses Engagement nicht, denn gute Fachleute sind in der Elektrobranche gesucht. Insbesondere gefragt sind Lehrabgänger, die sich weiterbilden und dereinst Führungsaufgaben übernehmen wollen. Hier investiert die Jaisli-Xamax AG und bietet eine Karriereplanung an, die junge Berufsleute schnell nach oben bringen kann. Der Weg dorthin ist mehr oder weniger vorgezeichnet und führt über verschiedene Weiterbildungsstufen. Nach der Lehre sind zum Beispiel zwei Jahre eingeplant, um Berufserfahrung zu sammeln. Danach folgen zwei bis drei Semester Schulung zum Elektro-Sicherheitsberater - in der Firma besteht dann die Möglichkeit, sich als Sachbearbeiter zu bewerben und damit den Wechsel ins Büro in Angriff zu nehmen.

Danach steht die Ausbildung zum Elektro-Projektleiter im Vordergrund. Wer diese Weiterbildung nach zwei Jahren erfolgreich abschliesst, hat gute Chancen, im Unternehmen zum Projektleiter befördert zu werden. Elektro-Projektleiter wiederum sind in der Lage, die Prüfung zum diplomierten Elektroinstallateur abzuschliessen, die sogenannte «Meisterprüfung». Diplomierte Elektroinstallateure sind bei Jaisli-Xamax AG befähigt, eine ganze Abteilung zu leiten.
An den Weiterbildungen übernimmt das Unternehmen durchschnittlich 50 Prozentmoment der Kosten, fordert im Gegenzug aber auch eine Arbeitsverpflichtung für eine bestimmte Zeit. Das Konzept von Ausbildung und Karriereförderung lohnt sich auch für die Jaisli-Xamax AG und trägt Früchte für alle Beteiligten. «Unsere Fluktuationsrate nahm in den vergangenen Monaten kontinuierlich ab, was die Richtung der Personalpolitik bestätigt. Viele Kaderpositionen sind von Mitarbeitenden besetzt, die bei uns ihre Grundausbildung absolviert haben», bestätigt Markus Schmid.

Frauenpower bei Jaisli-Xamax AG

Claire Rozner
Seit Oktober 2011 gehört Claire Rozner zur Geschäftsleitung
der Jaisli-Xamax AG. Obwohl sie erst seit rund 10 Monaten zur Jaisli-Familie gehört, hat sie bereits tiefe Spuren hinterlassen. Als Leiterin Unternehmensentwicklung und organisatorische Abläufe ist sie für die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens verantwortlich. Des Weiteren ist sie seit Juni 2012 stellvertretende Geschäftsführerin. Wie sie selbst sagt, braucht es klare Strukturen wenn ein KMU ein exponentielles Wachstum vorantreibt.

Zuvor war Claire Rozner in verschiedenen Management-Positionen von Grosskonzernen tätig. Ihren Wechsel in die Jaisli-Xamax AG begründet sie damit, dass sie hier als Mitglied der Geschäftsleitung sehr viel erreichen kann. Anders als in Grossbetrieben sind hier die eigenen Entscheidungen klar sichtbar.

Auch sind die heutigen drei Eigentümer in verschiedenen Positionen im Unternehmen präsent. Daher sind nicht nur Manager, sondern auch Unternehmer am Werk, welche ihre Entscheidungsfindung anders begründen und das Gesamtwohl des Unternehmens vor das Erreichen der eigenen Kennzahlen stellen. In diesem Umfeld fühlt sich Claire Rozner sehr wohl. Auch wenn sie zeitweise grossen Respekt vor ihrem beachtlichen Aufgabengebiet hat, erinnert sie sich gerne an ein Gespräch mit CEO Rolf Weber. Dieser ermunterte sie als stellvertretende Geschäftsführerin Entscheidungen zu fällen. Denn ihm sei es lieber, einmal eine falsche Entscheidung zu treffen, als gar keine.

Ihr persönliches Ziel sieht Claire Rozner darin, die Jaisli-Xamax AG am Markt so zu positionieren, dass sie differenziert von den anderen Elektroinstallationsfirmen wahrgenommen wird. Mögliche Partnerfirmen sollen noch vermehrt auf die Jaisli-Xamax AG aufmerksam werden, weil sie sich durch qualitativ hochstehende Arbeit, Projektmanagement und mit einem umfassenden Service auch nach Projektabschluss aufwarten kann.

Selina Hürlimann
Man könnte meinen, dass es sich bei einer Elektroinstallationsfirma
um eine reine Männerdomäne handelt. Doch es gehört eben auch zu einer jungen Firma wie der Jaisli-Xamax AG, dass man in verschiedenen Positionen auch als Frau sehr erfolgreich sein kann.

Vor drei Jahren stellte sich für Selina Hürlimann die Frage nach der richtigen Lehrstellenwahl. Zuerst interessierte sie sich für Berufe wie tiermedizinische Praxisassistentin. Es folgte ein Schwenker zur Detailhandelsfachfrau, wo ihr von einem Lebensmittelverteiler sogar eine Lehrstelle angeboten wurde. Doch nichts mochte Selina Hürlimann vollends überzeugen. Ein Vorschlag ihrer damaligen Schulrektorin gab den Ausschlag für die Elektroinstallationsbranche. Heute ist sie die einzige Elektroinstallateurin und befindet sich im dritten Lehrjahr bei der Jaisli-Xamax AG.

Anfangs mit grossem Respekt vor der Herausforderung lebte sich Selina Hürlimann schnell ein. Dazu beigetragen hat ihr persönliches Umfeld, welches sie bei ihrer nicht alltäglichen Berufswahl unterstützt hat. Auch wenn es einige gegeben hat, die ihre Wahl mit der hohen Anzahl an männlichen Berufskollegen in Verbindung gebracht haben. Heute blickt Selina Hürlimann mit einem Lachen auf ihr erstes Jahr als Elektroinstallationslernende zurück. Den Respekt hätte sie sich schon ein bisschen erkämpfen müssen. Aber ihr lockeres Mundwerk stehe ihr unterstützend zur Seite. Dies sei auch heute noch sehr hilfreich wenn sie beispielsweise ein Teilobjekt selbst betreuen darf.

Ihren Beruf möchte Selina Hürlimann mit keinem anderen tauschen. Ihre tägliche Motivation besteht vor allem darin, dass er sehr abwechslungsreich ist und ihr täglich neue Herausforderungen bietet. Auch wenn der Beruf zur Elektroinstallateurin noch nicht sehr verbreitet ist, würde sich Selina Hürlimann über Berufskolleginnen sehr freuen. Gerade jetzt sind bei der Jaisli-Xamax AG wieder 27 Lehrstellen in den Bereichen Elektroinstallateur/in, Montage-Elektriker/in, Automatikmonteur/in sowie KV Profil B offen.

Viviane Thomas
Die Jaisli-Xamax AG bildet Lernende mit dem Ziel aus
, sie auch nach Lehrabschluss im Unternehmen zu beschäftigen. Selbstverständlich soll dies kein Blankoscheck sein, jedoch gibt es den Lernenden auch eine gewisse Sicherheit. Gerade mit dem Lehrabschluss verlassen viele Absolventen ihren Lehrbetrieb und müssen sich auf dem Arbeitsmarkt erst einmal zurechtfinden. Eine in Aussicht gestellte Stelle ist somit ein grosser Motivationstreiber.

Viviane Thomas gehört zu den KV-Absolventen der Jaisli-Xamax AG. Anfangs des dritten Lehrjahres machte sie sich Gedanken, wohin es beruflich gehen soll. Sie durchlief in ihrer Lehrzeit diverse Abteilungen wie beispielsweise Offerten, Empfang sowie Personal- und Rechnungswesen. Ihr Wunsch war jedoch schon früh eine Abteilung, die im Unternehmen ebenfalls existierte, jedoch nicht zur Ausbildung gehörte - Marketing und Kommunikation. Sie deponierte ihren Wunsch bei der Geschäftsleitung des Unternehmens. Durch eine geschickte Personalplanung hatte Viviane Thomas ab vergangenem Frühling die Möglichkeit sich jeweils im Bereich Marketing und Kommunikation zu beweisen.
Sie nahm die Herausforderung an. Erfolgreich - denn nach ihrer Lehre bot ihr die Jaisli-Xamax AG eine Stelle als Marketing-Assistentin an. Den grössten Unterschied im Vergleich zur Lehre besteht für Viviane Thomas darin, dass sie nun mehr Verantwortung trägt und Vorschläge auf höherem Niveau einbringen kann. Auch hat sie den doch schwierigen Schritt von der Lernenden zur Assistentin im eigenen Betrieb mit Bravour gemeistert.

Die grösste Herausforderung im ersten Berufsjahr stellt sich für Viviane Thomas darin, nach der Wahl einer geeigneten Weiterbildung. Unterstützend dabei ist sicherlich, dass die Jaisli-Xamax AG Weiterbildungen auch finanziell unterstützt. Trotzdem gibt es heute unzählige Wege zwischen eidgenössischen Fachausweisen, Höheren Fachschulen und Fachhochschulen. Welchen Weg sie einschlagen wird, eintscheidet sich in den nächsten Wochen.

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