St.Gallen
Wegen Wasserrohrbruch: Fürstenlandbrücke mehrere Stunden gesperrt ++ Aufwendige Bergung eines Busses ++ Leitungen waren alt und sanierungsbedürftig

Am Mittwochmorgen ist es an der Zürcher Strasse bei der Fürstenlandbrücke zu einem Wasserrohrbruch gekommen. Ein Bus ist dabei in ein Loch eingebrochen. Verletzt wurde niemand. Die Zürcher Strasse musste von der Kräzernstrasse bis zur Geissbergstrasse komplett gesperrt werden.

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(stapo/tn/con) Gemäss Erkenntnissen der Stadtpolizei St.Gallen ist es ausserhalb eines Pumpwerks nach der Fürstenlandbrücke in Richtung Kybunpark zu einem massiven Wasserrohrbruch gekommen. Dadurch seien grosse Mengen an Schlamm und Geröll auf die Strasse und das Trottoir gespült worden.

«Zu Beginn versuchten Autos und auch ein Bus der St.Galler Verkehrsbetriebe durch das Wasser zu fahren, worauf der Bus auf der unterspülten Strasse rund 50 Zentimeter tief und auf einer Länge von sechs Meter eingebrochen ist», sagt Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei St.Gallen, auf Anfrage. Die rund 20 Fahrgäste seien aber unverletzt geblieben.

Fürstenlandbrücke erst nach Stunden wieder befahrbar

Seit 14 Uhr ist die Strasse wieder beidseitig befahrbar. Weiterhin gesperrt bleibt aber gemäss der aktuellsten Mitteilung der Stadtpolizei der nördliche Fuss- und Radweg. Mittlerweile ist der Bus geborgen. Laut FM1Today mussten drei Vierachs-Bergungsfahrzeuge für den Schwerverkehr für die Bergungsaktion ausrücken.

Keine leichte Bergung: Der St.Galler Stadtbus ist rund 50 Zentimeter tief eingebrochen.

Keine leichte Bergung: Der St.Galler Stadtbus ist rund 50 Zentimeter tief eingebrochen.

Bild: FM1Today

«Das Problem bei der Bergung war die Hochspannungsleitung, die über der Strasse verläuft. Gegenüber dieser mussten stets fünf Meter Sicherheitsabstand eingehalten werden», so Christian Freitag, Geschäftsführer der Autohilfe Ostschweiz AG, zum Portal. Gemäss Dionys Widmer wurde die Hochspannungsleitung sicherheitshalber ausgeschaltet.

Der genaue Grund für den Wasserrohrbruch ist noch nicht bekannt, wird aber untersucht. Wie Ulrich Häfliger, Abteilungsleiter Netz, Gas und Wasser bei den Stadtwerken St.Gallen, gegenüber FM1Today sagt, gebe es aber bei praktisch allen Rohrbrüchen ein gemeinsames Merkmal: ein schlechter Materialzustand der Leitungen. Dieses Merkmal war auch beim Ereignis an der Fürstenlandbrücke gegeben: «Fakt ist, dass die Leitungen im betroffenen Gebiet alt sind», sagt Häfliger.

«Was letzten Endes für den Bruch verantwortlich war, können wir noch nicht sagen – wir rätseln diesbezüglich noch.»
Der genaue Grund für den Wasserrohrbruch ist noch nicht bekannt.

Der genaue Grund für den Wasserrohrbruch ist noch nicht bekannt.

Bild: FM1Today

Sanierungsprojekt liegt zur Freigabe beim Kanton

Gemäss Häfliger handelt es sich lediglich um ein Teilstück von 30 bis 40 Metern alten Rohren, welche noch nicht saniert wurde – genau in diesem Teilstück kam es zum Bruch. Auf beiden Seiten der Fürstenlandbrücke seien in den vergangenen Jahren zahlreiche Leitungssanierungen vorgenommen worden. Einzig das nun betroffene Teilstück erhielt noch keine Generalüberholung.

Es habe bereits ein Projekt gegeben, das für die Erneuerung der betroffenen Stelle sorgen soll. Dieses liegt derzeit allerdings noch beim Kanton und bedarf der Freigabe, wie Häfliger weiter erklärt. Nach dem Rohrbruch vom Mittwoch rechnet er mit einer raschen Entscheidung, wie die Sanierung an der Fürstenlandstrasse genau vorgenommen werden soll.

Das Gesamtsystem an Leitungen und Rohren in der Stadt sei ansonsten in einem sehr guten Zustand. «Wir haben in den letzten Jahren viel saniert und konnten die Rohrbruch-Rate stark herunterschrauben.»

Weitere Verkehrsbehinderungen wegen Instandsetzung

Beschäftigen wird die Stadt der Rohrbruch vom Mittwochmorgen ohnehin noch länger – die Instandsetzungsarbeiten stehen an. Bei einem Rohrbruch mit so viel Wasserausfluss werde ein ganzer Krater herausgeschwemmt, so der Abteilungsleiter. Die Strasse werde geradezu unterhöhlt – dieser Leerraum müsse zwingend wieder aufgefüllt werden, um die Stabilität der Strasse zu gewährleisten.

Wie stark in die Gesamtsanierung investiert wird, ist derzeit noch nicht klar. Häfliger ist aber der Ansicht, dass diese umfangreich ausfallen sollte. «Wir sollten wohl besser klotzen und nicht kleckern bei der Sanierung.» Aus Versorgungsperspektive gibt es keinen Druck: Die Leitung kann vom Netz genommen werden, ohne dass Gebäude auf die Wasserzufuhr verzichten müssen.

Laut Stapo-Sprecher Widmer sind in den nächsten Tagen zudem weitere Verkehrsbehinderungen möglich. Grund: Reparaturarbeiten an der Strasse. Wegen der Instandsetzungsarbeiten könnte es zu Einschränkungen kommen – die zu treffenden Massnahmen werden derzeit durch die St.Galler Stadtwerke geprüft.

Die Bergung des Stadtbusses im Video

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