Den Vergleich mit grossen Christkindlmärkten jenseits der Grenze braucht dieser Anlass längst nicht mehr zu scheuen. Bei seiner vierten Durchführung gilt der Soledurner Wiehnachtsmäret schon fast als eingebürgertes Brauchtum. Das lässt sich allein an den Besuchern ablesen, die bereits um 15 Uhr zahlreich den Kreuzackerplatz bevölkern und das Aareufer regelrecht überschwemmen.

Dazu zählen auch vier Freundinnen aus Solothurn, die sich zum geselligen Becher Glühwein eingefunden haben - «ja okay, Geschenke einkaufen gehört auch dazu», ergänzt eine der Damen auf Nachfrage hin - Jonglierbälle, um genau zu sein. Ansonsten halten sie sich mit Auskünften zurück, schliesslich hält man die Überraschung bis zum Fest der Liebe unter dem Deckel.

Es ist aber ohnehin kaum vorhersehbar, was man in der Tasche von diesem Anlass mit nach Hause nimmt: Dies stellen 61 Standbetreiber sicher, die noch bis Sonntag alles abdecken, was in Geschenkpapier passt - oder sogar dafür zu gross ist.

«Glücksketten» und Schutzengel

Wie beispielsweise die stolzen Figuren, die unter staunenden Augen des Publikums durch die Holzerei Knörr vor Ort aus rohen Holzblöcken entstehen. Ebenso für Publikumsandrang sorgt das Handwerk von Daniel Burkhalter. Zusammen mit seiner Frau Maja betreibt er in Lützelflüh die «Glas-Werkstube». So züngeln heisse Flammen um die zerbrechlichen Kunstwerke, die hier entstehen. Am Abend, wenn die Einzelstücke aus Glas im Lichterschein glänzen, werden die Leute noch einkaufsfreudiger, ist er sich sicher.

Ariane Lindegger und Fredy Engeler aus Zufikon wissen, dass sich die Leute bei ihren Kunstwerke Zeit nehmen müssen. Mit Materialien aus aller Welt - Schwemmholz, Baumzapfen oder Kristallen - schaffen sie «Glücksketten» und Schutzengel. «Die Leute brauchen Zeit zum Entscheiden, weil sie zunächst finden, sie könnten die Ketten auch selbst basteln», stellt Engeler fest. Wer aber genauer hinschaut, merkt, dass man dafür nicht nur Zeit, sondern auch Erfahrung, Kreativität und viel Passion braucht.

Wohltätigkeit als Wohltat

Klar: Der Soledurner Wiehnachtsmäret ist in seiner Vielfalt dafür da, Geschenke zu finden. Bei einigen Hütten stehen jene, die schenken, aber hinter der Verkaufstheke: so auch beim Stand des Familienforums Zuchwil, wo für «Jeder Rappen zählt» verkauft und gesammelt wird. Oder bei Radio 32, wo unter Mithilfe der frischgebackenen Miss Solothurn Andrea Sekler ebenfalls gebackene Guetzli zugunsten des Blumenhauses Buchegg feilgeboten werden.

Ein Geschenk vor Ort haben ihrerseits die Schülerinnen und Schüler des Vorstadt-Schulhauses parat. Als wäre der Kreuzacker nicht schon so bis auf den letzten Quadratmeter bevölkert, sichern sich die über hundert Stimmen mit Weihnachtsliedern die Gunst des Publikums.