Nach der Begrüssung durch Matthias Enggist, Vizepräsident der JUSO Solothurn, spielten sich in der von Adrian Remund, Moderator der Tele M1 Sendung «Aktuell» geführten Diskussion primär Nationalrätin Bea Heim (SP) und SVP-Kantonsrat Albert Studer gegenseitig den Ball zu.

Einig war man sich bei der Absage an die Managed Care Vorlage, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Nach Studers Vorstellung muss eine Gesundheitsreform einen Mechanismus installieren, der vom einzelnen Bürger bis auf Bundesebene Einsparungen ermöglicht, dies könne die Managed Care Vorlage nicht leisten.

Matthias Enggist und Yves Fankhauser zur Podiumsdiskussion der Juso Kanton Solothurn

Warum Matthias Enggist und Yves Fankhauser (beide JUSO) die Podiumsdiskussion organisiert haben:

Heim differenzierte ihre Position dahingehend, dass sie grundsätzlich das offizielle Ziel der Managed Care Vorlage, die Integrierte Versorgung, begrüsse. Die Vorlage bevorzuge aber einseitig die Kassen. Die Stossrichtung der Vorlage ziele nicht auf eine Senkung der Kosten für die Versicherten, sondern auf eine Optimierung der Bilanz der Krankenkassen. Aus diesem Grund lehne sie die Initiative ab.

Unumwobene Befürworterin

Uneins ist man sich beim Neubau des Bürgerspitals. Die SP-Kantonsrätin positioniert sich als unumwundene Befürworterin. Mit dem Argument des Standortmarketings zielt sie auf jene 40 Prozent der Solothurner Patienten, die sich bis dato ausserhalb des Kantons behandeln liessen. Wenn das neue Krankenhaus die Bedürfnisse dieser Menschen befriedigen könne, würden mit den Patienten auch die Vergütungen der Kassen im Kanton bleiben.

Albert Studer bekennt sich ebenfalls zu einem Neubau. Ein Dorn im Auge ist ihm das Atrium des neuen Bürgerspitals und die ihm zu opulent anmutende Architektur des geplanten Gebäudes. Vor dem Hintergrund der in Erwägung gezogenen Steuererhöhungen ruft er auf zu mehr Bescheidenheit und möchte mit einem Nein zur 320 Millionen Vorlage die Option für ein neues, preiswerteres Projekt freihalten.

Yves Fankhauser von den JUSO und Sandro Gervasoni (Jungfreisinnige) waren sich einig beim Bekenntnis zum Neubau des Bürgerspitals. Der Managed Care Vorlage kann in dieser Runde nur Gervasoni etwas Gutes abgewinnen.