Das waren 27,5 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode (siehe Tabelle). Der Hauptgrund für dieses aussergewöhnliche Wachstum heisst «L’Auberge». In der Stettler-Villa an der Murgenthalstrasse wurde am 5. Februar 2011 das neue Hotel mit 16 Zimmern eröffnet.
Im ersten Betriebsjahr zählte das Hotel 2432 Übernachtungen, wie Geschäftsführerin Therese Hälg auf Anfrage erklärt.

«Wir sind mit diesem Verlauf sehr zufrieden, obwohl wir immer noch Schwankungen haben.» Dabei handle es sich nicht nur um «Neukunden», die erstmalig in Langenthal übernachten, sondern auch um solche, die früher in anderen Hotels nächtigten. «Wir hören oft, dass die Gäste sich darüber freuen, eine grössere Auswahl zu haben», beobachtet Hälg.

Sie ist überzeugt, dass im neuen Hotel L’Auberge im laufenden Jahr noch mehr Gäste übernachten werden. «Dafür spricht die geografische Lage von Langenthal in der Mitte des Wirtschafts-Grossraumes Bern-Zürich-Basel-Luzern. Somit liegt die Stadt ideal für Seminare und Meetings.» Hälg erwähnt in diesem Zusammenhang die vielen ansässigen international verknüpften Unternehmen sowie die kulturellen Anlässe.

Dem stimmt Matthies Stampfli, Direktor des Hotels Bären in Langenthal, grundsätzlich zu. Aber die Konjunkturlage beeinflusse das Gästeaufkommen stark. So sei zwar das Geschäftsjahr 2010/11 (per Ende Juni) das beste in der Geschichte des Hotels gewesen. Die in den vergangenen Monaten eingesetzte Abflachung des Wirtschaftswachstums habe sich aber bereits bemerkbar gemacht. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 sei die Zahl der Übernachtungen um rund 15 Prozent gesunken. «Der weitere Verlauf ist offen. Das Geschäft ist spürbar volatiler geworden», sagt Stampfli.

Auch Bern und Biel im Plus

Eine gute Entwicklung verzeichnen die Hoteliers in den Städten Bern und Biel mit Wachstumsraten von 3,2 respektive 8,4 Prozent in den ersten elf Monaten des abgelaufenen Jahres. Erneut zulegen konnten zudem die Hotels in der Stadt Solothurn, die Zahl der Logiernächte stieg um 3,5 Prozent auf 77216 an. Aufs ganze Jahr hochgerechnet erwartet Jürgen Hofer, Leiter von Region Solothurn Tourismus, rund 82000 Übernachtungen. «Damit werden wir einen neuen Allzeitrekord erzielen.» Inklusive Campingplatz und Jugendherberge hätten rund 124000 Gäste in Solothurn genächtigt.

Der Trend hin zur Verlagerung der touristischen Nachfrage in die Städte sowie die positive Entwicklung im Seminar- und Kongressbereich hätten sich auf die Belegung der Hotelbetten günstig ausgewirkt. Zudem habe sich der starke Franken erst in der zweiten Jahreshälfte bemerkbar gemacht. Hinzu komme, dass die Nachfrage im ersten Halbjahr überdurchschnittlich gewesen sei; nicht zuletzt dank den sehr gut besuchten Filmtagen.

Für das laufende Jahr gibt sich Hofer zurückhaltend. «Ich erwarte, dass die schwierige wirtschaftliche Situation auch bei uns spürbar sein wird.» Deshalb rechne er mit einem – allerdings verkraftbaren – Rückgang im Geschäftstourismus sowie im Seminar- und Kongressbereich.