Daniel Streit
Er hätte zum WM-Helden werden können. Daniel Streit hielt im Halbfinal gegen die Finnen im Stile eines Weltklassegoalies. Eine Unachtsamkeit in der Verlängerung machte das Werk zunichte. Dass der 32-Jährige nicht nur auf dem Feld eine Ausnahmeerscheinung ist, bewies er nach der Partie, als er die unbequemen Fragen der Medien geduldig beantwortete. Weltmeister wird Daniel Streit in seiner Karriere kaum mehr, ein Sportsmann mit diesen charakterlichen Eigenschaften hätte eine Goldmedaille allemal verdient.

Simon Bichsel
War es nun die letzte WM für den Mister «Zuverlässig»? Ob Simon Bichsel seine Karriere beenden wird, lässt der 83-fache Internationale nach den Eindrücken dieser Woche noch offen. Eines ist klar: Bichsel würde eine schmerzliche Lücke im Schweizer Unihockey hinterlassen. Mit seiner umsichtigen Spielweise verlieh «Bix» auch in den vergangenen Tagen dem Spiel von hinten heraus Struktur. Und sobald sich die Möglichkeit bot, schaltete sich Bichsel in den Angriff ein. Dieser Drang wurde mit einem Treffer im kleinen Final belohnt.

Dave Wittwer
Das Mädchen für alles, wie er sich selbst nennt, kam im Verlaufe dieser Woche nicht wie gewünscht auf Touren. Wittwer unterliefen ungewohnt viele technische Fehler. Dem 25-Jährigen fehlte die Bindung zum Spiel. In der Gesamtbeurteilung zeigte Wittwer zwar eine solide Weltmeisterschaft, mit allerdings genügend Luft nach oben für kommende Grossanlässe. Mit seinen knapp 30 Länderspieleinsätzen hat Wittwer noch ausreichend Zeit, international seine Sporen abzuverdienen.

Kaspar Schmocker
Eine der Entdeckungen dieser Titelkämpfe: Kaspar Schmocker spielte in der Paradelinie mit WM-Torschützenkönig Emanuel Antener und Manuel Engel. Dank seiner Präsenz erreichte der Verteidiger Werte eines Topstürmers. Mit 7 Toren und 2 Vorlagen trug der 24-Jährige seinen Teil dazu bei, dass dieser Block die erfolgreichste Linie dieser Weltmeisterschaft war. Dass Schmocker noch Potenzial besitzt, zeigte der Halbfinal. Gegen die Finnen vermochte der Sportstudent dem Spiel keine Impulse zu verleihen.

Philipp Fankhauser
Kein anderer Spieler formulierte den Gewinn der Goldmedaille als Ziel so explizit wie der jüngste Spieler im Nationalteam. Der zurückhaltende Philipp Fankhauser lehnte sich mit seiner Prognose weit hinaus. Dass er es ernst meinte, bewies der 22-Jährige an seiner ersten WM-Teilnahme mit unbändigem Einsatzwillen. Teilweise etwas ungestüm, aber mit viel Leidenschaft. Unterstützt von den Hofbauer-Brüdern wurde Fankhauser je länger das Turnier dauerte selbstbewusster.

Christoph Hofbauer
Gemessen an seinen Fähigkeiten, zeigte der jüngere der Hofbauer-Brüder eine eher verhaltene WM. Dem 29-Jährigen gelangen im Unterschied zu früher dieses Mal keine «Big Points». Die sechs Treffer (wobei er beim 35:0 gegen Singapur fehlte) sind ein akzeptabler Wert, aber bei weitem nicht überragend. Zum Vergleich: An der letzten Heim-WM vor acht Jahren explodierte «Chrischi» förmlich und traf für die Rothemden zehnmal. Trotzdem: Die Nummer 15 ist eine unverzichtbare Grösse - auch in Zukunft.

Matthias Hofbauer
Sein explosivartiger Jubel beim 3:1 im Halbfinal gegen Finnland liess es erahnen. Matthias Hofbauer schrie seine Emotionen heraus. Der Captain war drauf und dran, seine Laufbahn zu krönen und in den lang ersehnten WM-Final einzuziehen. Bis dahin hatte der Schweizer Rekordinternationale alles richtig gemacht. Auf leisen Sohlen setzte sich der WM-Torschützenkönig von 2004 und 2008 wieder unter den drei besten Skorern fest. Hofbauer ist und bleibt ein Vorbild. Für die jüngeren und die älteren Fans sowieso.

Adrian Zimmermann
Für den ehrgeizigen Stürmer haben sich die Grenzen in den vergangenen Wochen verschoben. Adrian Zimmermann investierte unglaublich viel in das Projekt. Bis zu jenem Tag im Oktober, als er sich das Band im Knie riss. Wie durch ein medizinisches Wunder schaffte der 28-Jährige den Anschluss ans Team. Den Rückstand konnte Zimmermann in dieser Woche gleichwohl nicht verbergen. Er blieb ohne Einfluss aufs Spiel, auch weil er oft nur punktuell eingesetzt wurde. Seine Ausbeute: 1 Assist.