Die letzte Schulwoche vor den Herbstferien standen am Oberstufenzentrum in Wiedlisbach im Zeichen von Projektwoche und Landschulwoche. Die Siebt- und die Achtklässler befassten sich in der Projektwoche mit Kunst respektive der BerufsweltDie beiden neunten Klassen erfuhren in den Landschulwochen in Grindelwald und Santa Maria im Val Müstair vieles über das herausfordernde Leben in den Bergen.

Die drei siebten Klassen frönten mit ihren Klassenlehrkräften Daniel Flück, Therese Morgenegg und Michèle Uebersax der Kunst. Zum Themeneinstieg radelten die Schüler in den Längwald und kreierten mit Ästen, Steinen und Blättern ein Kunstwerk der seit 1968 bestehenden Kunstrichtung Land Art. Anschliessend suchte jeder Schüler einen Ast. Dieser wurde geschliffen und grundiert. Im Verlauf der Woche mussten alle Schüler darauf ein bemaltes Kunstwerk herstellen. Am zweiten Projektwochentag besuchten die drei Klassen den vier Kilometer langen Kulturrundweg in Attiswil. Ein Besuch im Kunstmuseum Solothurn und bei den vier regionalen Kunstschaffenden Martin Herzig (Niederbipp), Peter Graber (Wolfisberg), Astrid Strahm (Utzenstorf) und Niklaus Maurer, dem hauseigenen Werklehrer, rundeten die Kunstwoche ab.

Die Basis zum Erfolg

Die 43 Achtklässler und ihre Klassenlehrkräfte Sandra Bitzi, Michael Bischof und Erich Frieden setzten sich an vier Tagen mit der Berufswelt und an einem Tag zur Auflockerung mit dem Orientierungslauf auseinander. Dabei machten aufmerksame Schüler die gleiche Feststellung wie Michael Bischof, der Klassenlehrer der Klasse 2b: «Aufmerksames Zuhören ist ebenso eine Grundvoraussetzung im Berufsalltag wie bei der intellektuell anspruchsvollen Sportart OL.»

Die beiden Ausbildungschefs für das Lehrlingswesen, Daniel Linsig von Coop Nordwestschweiz und Daniel Christen von der Amman AG in Langenthal informierten die künftigen Berufsleute, wie wichtig im Berufsalltag genaues Hinhören und Mitdenken ist. Unvollständige oder schludrig abgefasste Bewerbungsschreiben, so die beiden Ausbildungschefs, landeten im Papierkorb. Eine zukünftige Bäcker-Konditorin und ein Kaufmann des erfolgreichen Projekts «rent-a-stift» informierten die Oberaargauer Schüler über ihren Lehrlingsalltag.

Der Besuch des Berufs- und Informationszentrums in Langenthal und Interviews mit einheimischen Berufsleuten erweiterten das Wissen über die stetig sich wandelnden Berufsfelder. Am Mittwoch absolvierten die Achtklässler einen Orientierungslauf. Wer vor dem Lauf den Erklärungen Thomas Schöpfs, der den Lauf ausgesteckt hatte, genau zugehört hatte, absolvierte den Lauf erfolgreicher und durfte zur Belohnung früher zum Mittagessen.

Erste Vorboten des Winters

Die Landschulwochen der beiden neunten Klassen und ihrer Lehrkräfte Charlotte Häni und Gottlieb Holzer wurden durch den Wintereinbruch zu Beginn der Lagerwoche unterschiedlich beeinflusst. Während Charlotte Häni mit ihren 20 Neuntklässlern in Grindelwald ihr Programm ohne Einschränkungen durchziehen konnte, wurden Gottlieb Holzer und seine 20 Schüler bereits auf dem Hinweg nach Santa Maria von einem umgestürzten Baum am Ofenpass gebremst. Die Wanderung zum Alpsee «Lai da Rims» musste wegen der Schneemassen vorzeitig beendet werden. Auch die Wanderung zu den brünstigen Hirschen im Nationalpark fiel dem Schnee zum Opfer, weil diese den Standort gewechselt hatten. Einen nachhaltigen Eindruck bei den Schülern hinterliess die Benediktinerschwester Domenica, welche im Kloster St. Johann in Müstair mit grosser Offenheit über den Klosteralltag Auskunft gab. Bei der Information zur Biosphäre Müstair vernahmen die Schüler, dass die Wiederansiedlung des Bären bei der einheimischen Bevölkerung auf grossen Widerstand stösst.

Klimaerwärmung und ihre Folgen

Auf der Hinfahrt nach Grindelwald besuchte die Klasse von Charlotte Häni das Stade de Suisse in Bern. Die Schüler durften die Spielerkabinen besichtigen, den Rasen betreten und auf dem Dach die Solaranlage erkunden. Alle Kraftreserven der Schüler wurden bei einem Arbeitseinsatz bei einer Bergbauernfamilie gebraucht. Zu einem der Lagerhöhepunkte wurde der Vortrag von Marianne Bomio, welche den Schülern mit Wort und Bild die bedrohlichen Veränderungen der Gletscherlandschaft durch die Klimaerwärmung aufzeigte. Nur mit drei Schülern wagte sich Charlotte Häni an den anspruchsvollen Eigertrial nach Alpiglen. Sowohl Holzer wie Häni schwärmten vom herrlichen Herbstwetter mit ausgezeichneter Fernsicht und der Verköstigung durch die Wiedlisbacher Lagerköche Elisabeth Kopp und Urs Allemann.