Es waren aber auch gut 4000 Zuschauer, welche sich dicht gedrängt die Strassen und Trottoirs in der Vorstadt und im Städtli teilten, als gestern um 13.59 Uhr mit einem Böllerschuss die Narren und Närrinnen auf die Reise geschickt wurden.

Gigantische Wagen

Das Motto «Legände u Höude» liess viele Möglichkeiten offen, wenn auch nicht alle sich daran hielten. Die gigantischen Wagen der Wanger Städtli-Zwirble, der Narrenzunft Walliswil-Wangen und des Turn- und Sportvereins Wangen stachen besonders heraus und legten Zeugnis ab, von einem wochenlangen, mit grossem Aufwand betriebenen vorfasnächtlichen Einsatz.

Das riesengrosse Rotkäppchen auf dem Wagen der Turner hatte den totalen Überblick über das fasnächtliche Treiben. Auch die zahlreichen kleinen Gruppen sind jedes Jahr eine Bereicherung des Umzuges in Wangen.

Kritik an den Kanton Bern

«Willst du das Pfarrhaus kaufen, ....träume weiter - Preis ohne Gewähr», steht auf dem Wagen mit der Aufschrift «Berner Amtsschummelstube». Diesen bauten die «Gruftis», die alte Garde der Wanger Städtlizwirble. Ramschverkauf Schlösser und Pfarrhäuser ist weiter auf dem Wagen zu lesen.Damit thematisieren sie den missglückten Verkauf des Pfarrhauses vom Kanton an die Gemeinde.

Elf verschiedene Guggen aus Luzern, dem Kanton Solothurn und dem Oberaargau lieferten sich einen Wettstreit um das schönste und originellste Kostüm. Auch der musikalische Gehalt der schrägen Töne fiel dabei in keiner Weise ab. Einmal mehr stachen die einheimischen Zytglogge-Schränzer mit ihrem kunstvollen und variantenreichen Kostüm in glasklarer bleu-ciel Farbe zum Thema «Eiszeit» besonders heraus.

Schön waren auch die Notenheuer aus Luzern als «Chucky die Mörderpuppe», oder die starken Buchsi-Schränzer, die in Wangen seit Jahren gern gesehene Gäste sind. Bei all diesen Guggen fiel auf, dass sie sich in den nächsten Jahren um Nachwuchs in den eigenen Reihen nicht zu sorgen brauchen.